40 Jahre Verschwisterung

Von Rainer Beutel.

Die Verschwisterung zwischen Nauheim und dem französischen Charvieu-Chavagneux (nahe Lyon) jährt sich 2018 zum 40. Mal. Mehr als die Hälfte dieser Zeit setzt sich Wolfgang Schmall, Vorsitzender der Partnerschaftskommission, für die Jumelage ein. Dem WIR-Magazin schildert Schmall, wie es mit der Partnerschaft weitergeht.

Herr Schmall, wie wird der runde Geburtstag gefeiert?

Wolfgang Schmall: Eine Besuchergruppe aus unserer Gemeinde fährt an Christi Himmelfahrt, den 10. Mai, mit zwei Kleinbussen nach Charvieu-Chavagneux und bleibt bis zum 13. Mai. Weitere Teilnehmer reisen mit Auto oder Bahn an. Die Rückverschwisterung ist 2019 in Nauheim. Delegationsleiter auf unserer Seite ist Klaus-Peter Sawinski. Ich kann aus privaten Gründen dieses Jahr leider nicht mitfahren.

Wie gut kennen Sie die Partnergemeinde?

Wolfgang Schmall: Seit 1994 habe ich an allen offiziellen Treffen teilgenommen. Schon 1993 fuhr ich als Beigeordneter mit einer kleinen Delegation von insgesamt vier Personen nach Charvieu-Chavagneux, um die Präliminarien für die Wiederaufnahme der Verschwisterung zu verhandeln. Zudem waren wir wiederholt zu privaten Besuchen bei unseren Freunden in Charvieu-Chavagneux.
Seit vielen Jahren bemühen sich die Verschwisterungsfreunde, junge Leute an die Partnerschaft heranzuführen. Wie sieht ihre Zwischenbilanz aus? Woran muss noch gearbeitet werden?
Schmall: Wie in allen Vereinen ist es schwierig, junge Leute zu begeistern. Wir haben unseren Enkel Neo Kohrs integriert und nehmen ihn zu unseren Reisen nach Frankreich mit. Die Mitglieder der Kommission hoffen, das Kinder- und Jugendparlament zu interessieren.

Wie klappt die Jumelage mit den Nauheimer Vereinen?

Wolfgang Schmall: Vor zwei Jahren kam eine Badminton-Mannschaft aus Charvieu-Chavagneux nach Nauheim, um an einem kleinen Turnier teilzunehmen. 2017 gehörte ein zwölfköpfiger Chor zur französischen Delegation. In den 90-er Jahren fuhr der Gesangverein Eintracht nach Frankreich. Im Gegenzug kamen Mitglieder des „Clé des Chants“ nach Nauheim. Leider ist dieser Kontakt aufgrund des Alters der Teilnehmer eingeschlafen. Auch der Tennis-Club und die Fußballer waren zeitweise engagiert. Versuche, weitere Vereine zu integrieren, sind bisher gescheitert.

Muss die Verschwisterung eines Tages mangels Interesse aufgelöst werden?

Wolfgang Schmall: In der Tat ist es schwierig, Nachfolger zu finden. 2016 konnten wir Gemeindevertreter Lars Nitschke gewinnen, in der Kommission mitzuarbeiten. Auch unser Enkel Neo wird sicherlich dafür zu gewinnen sein. Aber eine Verschwisterung wie in der Vergangenheit wird es nicht mehr lange geben. Es ist heutzutage einfacher, einen Flug auf die Malediven zu buchen als eine Reise nach Charvieu-Chavagneux zu organisieren. Zu der Erneuerung der Verschwisterung gibt es allerdings einen längeren Aufgabenkatalog, der nach und nach abgearbeitet werden muss.

Gesprächspartner Rainer Beutel

 

Zur Person: Wolfgang Schmall ist 70 Jahre alt und Fraktionsvorsitzender der Freien Liste Nauheim. 1994 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Verschwisterungskommission gewählt, 2009 wurde er Vorsitzender.

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