Auf digitaler Schatzsuche

Von Michaela Mitulla.

Wer kennt den Anblick nicht: Gruppen von Menschen laufen durch die Gegend, starren auf ihr Smartphone und bekommen nichts um sie herum mit – sogenannte Smombies bevölkern immer mehr Straßen und Gehwege. Während die meisten dabei nur ihrem Kommunikationsdrang frönen, nutzen mache das Smartphone auch als wichtiges Werkzeug. Auch wenn der Trend vielleicht etwas abgeflaut ist, es gibt sie immer noch – die Geocacher. Mehr als 200.000 Aktive suchen in Deutschland die über 360.000 Geocaches, sogenannte Schätze, mithilfe moderner GPS-Navigationsgeräte.

Doch was hat das mit Geografie zu tun – dem Fach, in dem man doch lernt, was die Hauptstadt von Polen oder der längste Fluss in Lateinamerika ist? Und wie kann man das für den Unterricht nutzen? Woher weiß das GPS-Gerät oder neuerdings auch das Smartphone, wo man sich auf dem Erdball befindet? Der gesamte Globus ist mit Koordinaten umspannt. Diese gedachten Linien geben jedem Standort auf der Erde eine exakte Beschreibung.

Mit Hilfe von Satelliten wird dieser Standort bestimmt. Dazu senden die Satelliten Signale an die GPS-Empfänger. Durch die Zeit, die zwischen dem Absenden und dem Empfangen des Signals vergeht, kann man die Position bestimmen. Jedoch gibt es – ähnlich wie bei einem mit Zirkel gezeichneten Kreis – zu jedem Satelliten unendlich viele Orte, die genau die gleiche Entfernung haben. Daher sind drei bis vier Satelliten notwendig, um aus den Schnittpunkten der Kreise den einen Standort zu bestimmen. Dieser wird in Form von Breiten- und Längenkreisen angegeben. Breitenkreise verlaufen dabei parallel zum Äquator, die Längenkreise senkrecht zum Äquator durch die beiden Pole. Und dies führt nun zum Erdkundeunterricht. Indem mit Hilfe von GPS-Geräten das nahe Umfeld der Schule untersucht wird – alleine im Umkreis von 5 km um Groß-Gerau gibt es ca. 200 Caches, kann den Schülern so auf spielerische Weise der Umgang mit Koordinaten beigebracht werden.

 

Michaela Mitulla
ist Fachsprecherin für Erdkunde an der Prälat-Diehl-Schule;
u.stein@onlinehome.de

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