Der Tag der Biene

Von Petra Hard-Dörries

Eigentlich greift dieser Titel nicht ganz, da es um wesentlich mehr geht als „Biene Maja darf nicht sterben!“. Nein, der Honigbiene geht es im Moment gar nicht so schlecht, die wird aufgrund wirtschaftlich klar zu erkennender Interessen ja gehegt und gepflegt.

Der große Zusammenhang, um den es eigentlich geht, nämlich Biodiversität, ist nicht so einfach zu verstehen und als eingängiges Schlagwort sowieso untauglich. Es geht um Artenvielfalt, sowohl der Tiere wie auch der Pflanzen. Die meisten Bestäuber sind auf spezielle Futterpflanzen spezialisiert, auf diese Insekten wiederum eine ganze Reihe von Vögeln, und wir Menschen möchten gerne weiterhin aromatische Früchte genießen. Denn die leckersten Erdbeeren sind die, auf denen gleich mehrere unterschiedliche Bestäuber zu Besuch waren!

Um unseren Lebensraum zu bewahren, ist zunächst einmal ein Bewusstsein für die Zusammenhänge nötig, dann ergeben sich viele Folgen fast automatisch. Das beginnt mit der Auswahl der Pflanzen in unserem Garten und auf dem Balkon: Je einfacher und zugänglicher die Blüte, desto mehr Insekten finden hier Nahrung. Also im Zweifelsfall einmal nachfragen, ob es sich bei dem geplanten Neuzugang um eine „Bienenweide“ handelt!
Weiter geht es mit dem Akzeptieren von Wildpflanzen (Unkraut) als notwendiger Begleiterscheinung. Das heißt ja nicht gleich, alles kreuz und quer wachsen zu lassen, bis man selbst mit einer Machete nicht mehr durchkommt. Aber gezielt „Inseln“ mit Brennnesseln, Schöllkraut, Storchschnabel, Kamille und Ackerwinde stehen zu lassen, hilft enorm. Viele sehr hübsche Wildpflanzen siedeln sich auf unsere Einladung hin dauerhaft an, ob Königskerze oder Ringelblume. Der große Vorteil solcher Invasoren ist ihre Genügsamkeit. Oft siedeln diese gerade in unseren „Problemzonen“, etwa der dunklen Ecke hinter der Garage oder der Wüstenei am Hügel.

Dass damit auch viele „chemische Keulen“ – die gleich richtig aufräumen und wahllos alles töten, was Flügel oder Saugrüssel hat – aus dem Sortiment der gängigen Praxis fliegen sollten, ist jetzt hoffentlich auch klar. Viele alternative Mittel zur Düngung und akuten Hilfe bei übereifrigen Fressgeschwadern können mit unserer hauseigenen Wildpflanzensortierung auch zügig angesetzt werden, wobei das natürliche Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen sich dann irgendwann einpendelt. Hauptsache, der Mensch lässt einmal seine Finger davon!

 

Petra Hard-Dörries
ist Floristmeisterin aus der Kreisstadt;
petra.doerries@gmx.de

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