Editorial


Rainer Beutel
ist der für Titelgeschichten sowie ­Beiträge über Nauheim, Trebur und Königstädten verantwortliche Redakteur des WIR-Magazins;
rainer.beutel@wir-in-gg.de

 

Berichten oder nicht berichten?

In der Tagespresse gehen manche Nachrichten unter. Sie werden nur am Rande erwähnt oder schlicht ignoriert. Die eine und andere mag ich hier aufgreifen.

Die Industriegewerkschaft Bau etwa bedauert, dass im Kreis immer mehr sogenannte „Solo-Selbstständige“ unterwegs seien. Gemeint sind Handwerker ohne soziale Absicherung und mit einem Einkommen unter Mindestlohn. Das kritisiert die Gewerkschaft und fordert von der Politik ein „klares Bekenntnis zu soliden Standards, Berufsausbildung und fairem Wettbewerb“.

Aus dem Landratsamt war beinahe gleichzeitig zu vernehmen, dass der Kreis einen ­„Küchenplaner“ und einen „Projektmanager für Flughafenangelegenheiten“ beschäftigen wolle. Beobachter finden, das sei „Verschwendung von Steuergeld“. Der Kreishandwerkerschaft kann das keiner nachsagen. Dort wird effizient gearbeitet, demnächst mit einer eigenen Online-Jobbörse für Stellenanzeigen. Grund: „Tageszeitungen bieten zu wenig Reichweite“. Das lässt sich überprüfen: Tatsächlich verzeichnet ein Presseorgan aus der Kreisstadt zwischen 2017 und 2018 einen Auflagenverlust von minus 6,25 Prozent (Quelle: IVW).

Das WIR-Magazin hat im selben Zeitraum fett zugelegt. Eine Ursache sind unsere lesenswerten Geschichten. In dieser Ausgabe beispielsweise die Titelstory „70 Jahre Kiosk ‚Zum Stadtbrunnen’“, das Tischgespräch mit Bürgermeister Erhard Walther und ein Interview mit den Kandidaten der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Büttelborn. Wie ich meine, wieder eine sehr interessante WIR-Ausgabe.

(IVW: Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern)