Neue Juso-AG in Nauheim

Von Rainer Beutel.

In Nauheim gibt es wieder eine Arbeitsgemeinschaft von Jungsozialisten, was kreisweit eine Seltenheit ist. Bemühungen anderer SPD-Ortsvereine, für politischen Nachwuchs zu sorgen, sind in den vergangenen Jahren oft im Sande verlaufen. Die Führungsspitze der Nauheimer ­Jusos bilden Sprecherin Alicia Rusitzka und ihre Stellvertreterin, die frühere Kreisschul­sprecherin Miriam Bach. Die jungen Frauen erklären dem WIR-Magazin ihre Intention.

Frau Rusitzka, Frau Bach, warum setzen sich junge Menschen wie Sie für kommunalpolitische Themen ein? Das ist heute nicht mehr alltäglich.

Alicia Rusitzka: Weil ich aktiv an der politischen Gestaltung meiner Kommune teilnehmen will, um so das Leben meiner Mitbürger positiv zu beeinflussen.

Miriam Bach: Ich denke, dass viele Jugendliche genau wie ich Vorstellungen davon haben, was uns stört und was wir gerne ändern würden. Genau hier ist die Kommunalpolitik für mich der erste Schritt, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln. Außerdem ist es einfach ein super Gefühl, wenn man sieht, wie die eigenen Ideen wirklich gehört und vielleicht sogar umgesetzt werden.

Was sind ihre vorrangigen Anliegen?

Miriam Bach: Ich möchte, dass die Kommunalpolitik durch die Jusos für weitere junge Menschen attraktiv wird. Außerdem, dass Nauheim als Wohnort für junge Menschen attraktiv wird und Jugendliche das Gefühl haben, dass ihre Anliegen gehört und ernst genommen werden.

Alicia Rusitzka: Die Lebensqualität in unserer Kommune steigern, damit junge und alte Menschen sicher und zufrieden in Nauheim leben können und die Chancengleichheit in den Bereichen Bildung, Förderung und berufliche Perspektiven ausbauen.

Junge Menschen haben zwischen Ausbildung, Studium und Familie oft wenig Zeit für die Politik, heißt es. Wie ist das bei Ihnen? Woher nehmen Sie die Zeit?

Alicia Rusitzka: Auch ich versuche Arbeit, Familie und Partei unter einen Hut zu bekommen. Die politische Arbeit nimmt zwar Zeit in Anspruch, aber wenn man sich für Politik interessiert, nimmt man sich die Zeit gerne.

Miriam Bach: Um ehrlich zu sein, habe ich zwischen Freunden, Familie, Uni und Arbeit eigentlich gar keine Zeit für Politik. Es ist nur möglich, da ich einfach unglaublich motiviert bin, Dinge zu verändern, und dann nimmt man den Stress gerne auf sich. Ich denke, dass es wie mit jedem normalen Hobby ist: Wenn es einem wirklich Spaß macht, dann nimmt man sich die Zeit.

Können Sie sich vorstellen, Gemeindevertreterin zu werden?

Miriam Bach: Ja klar, das kann ich mir gut vorstellen. Im Moment liegt mein Fokus aber darauf, die Juso AG inhaltlich gut aufzustellen und die SPD Nauheim erst einmal richtig kennenzulernen.

Alicia Rusitzka: Ich möchte jetzt und in Zukunft politisch aktiv sein, weshalb die Position der Gemeindevertreterin denkbar für wäre. Vorerst aber will ich meinen Fokus auf die Juso AG  richten.

 

Zur Person: Miriam Bach ist 19 Jahre alt. Voriges Jahr hat die gebürtige Mainzerin ihr Abitur an der Prälat-Diehl-Schule in Groß-Gerau absolviert, wo sie Kreisschulsprecherin war. An der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert sie Politikwissenschaft und Öffentliches Recht. In Nauheim lebt sie seit ihrem zweiten Lebensjahr.
Die 20-jährige Alicia Rusitzka absolviert zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Tagesstätte für Menschen mit psychischen Störungen. Ihr Abitur hat die gebürtige Darmstädterin auf der Prälat-Diehl-Schule in Groß-Gerau gemacht.

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