Risiko Smartphone?

Von Christoph Wiesenhütter.

Was bedeuten Smartphones für den Alltag von Kindern und Jugendlichen? Neben Panikmache und Digitalisierungsgläubigkeit gibt es einen pädagogischen Anspruch, dem das Elternhaus sowie die Schule nachkommen sollten.

Das Smartphone – aber auch die internetfähigen Spielkonsolen – haben einen berechtigten Platz im Alltag der Jugendlichen. Aber braucht ein Grundschulkind ein Smartphone? Womöglich mit einer Daten-Flatrate, das Tag und Nacht seinen Platz im Kinderzimmer hat? Nur, weil „alle anderen auch ein Smartphone haben“? Nein!

Jugendmedienschutzexperten empfehlen: Im Grundschulalter ein nicht-internetfähiges Handy zum Telefonieren, ab einem Alter ab 12-13 Jahren das erste Smartphone. Smartphones sollten nicht während der Hausaufgaben oder der Schlafenszeit in greifbarer Nähe sein. Ab einem Alter von 15–16 Jahren kann für die Jugendlichen eine Daten-Flatrate angeschafft werden. Der Nutzungsumfang sollte in enger Absprache mit den Eltern fortschreitend in die Verantwortung der Jugendlichen abgegeben werden.

Viele Kinder kommen bereits im Grundschulalter über Social-Media-Angebote wie WhatsApp oder Instagram mit Gewaltdarstellungen, (Kinder)Pornographie, Cybermobbing und Sexting in Kontakt. Ohne die passenden Gesprächspartner können hier Traumatisierungen stattfinden und sich soziale Fehldeutungen manifestieren. Das Gefühl für die Kinder und Jugendlichen, nicht alleine zu sein, ist hier extrem wichtig. Auch die Gespräche mit Gleichaltrigen spielen eine bedeutende Rolle. Die Schule kann im Bereich des Jugendmedienschutzes nicht alleine die Verantwortung tragen. Die Erziehungsarbeit ist in erster Linie Elternarbeit. Cybermobbing zum Beispiel findet in der Regel außerhalb der Schulzeit – und somit außerhalb des Verantwortungsbereiches der Schule – statt. WhatsApp-Klassengruppen liegen spätestens seit dem Inkrafttreten der neuen Nutzungsbedingungen im Verantwortungsbereich der Eltern.
Die Schule kann aber Aufklärungsarbeit leisten – zum Beispiel mit Informationselternabenden und Projektarbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Die Schule kann Gesprächspartner sein und klare Regeln für den Schulalltag vorgeben. Damit kann das „Risiko Smartphone“ deutlich reduziert werden.

 


Christoph ­Wiesenhütter
ist neben seiner Lehrtätigkeit Beratungslehrkraft für Suchtprävention an der Prälat-Diehl-Schule;
wiesenhuetter@gmx.de

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