Worüber die Leute reden (269)


Kein Fortschritt. In Trebur hält der Konflikt ums Eigenheim an. Es scheint, als sei der von verschiedenen Seiten sowohl angestrebte wie abgelehnte Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes derzeit das Hauptthema der Großgemeinde. Die BI, die das Gebäude als Bürgerhaus erhalten möchte, fordert den Bürgermeister auf, alle Verkaufsaktivitäten zu stoppen. Verwaltungschef Carsten Sittmann indes betont, dies könne durch einen Antrag der Gemeindevertretung eingeleitet werden. Aber da tut sich (bislang) nichts. Die Situation scheint verfahren, Kompromiss. e sind angesagt.


Hilfe nötig. In der Bahnhofstraße in Dornheim ist seit Anfang Februar ein Lebensmittelmarkt geschlossen. Wo sollen Ältere ihre alltäglichen Waren kaufen? Bestellungen übers Internet? Für sie sicherlich keine Alternative. Ein Lebensmittelkonzern hat sein Interesse an einem Marktumbau zurückgezogen. Der Vorwurf des Preisdiktats ließ nicht auf sich warten. Jetzt soll zumindest den Menschen geholfen werden, die nicht mehr mobil sind und doch wohnungsnah einkaufen wollen. Ein Arbeitskreis berät über eine Lösung.


Hausgemachte Krise. Nauheim verdient sich gerade den Beinamen Schilda. Wegen des bevorstehenden Abrisses der Grundschule, an deren Stelle eine Ganztagsschule gebaut werden soll, wurde ein Einbahnstraßensystem eingeführt. So soll vermieden werden, dass der Baustellenverkehr Schulkinder gefährdet. Außerdem werden die unbeliebten „Eltern-Taxis“ umgeleitet. Gewohnte Routen sind plötzlich tabu, werden jedoch nach wie vor ausgewiesen. Prompt sind Verkehrsteilnehmer reihenweise gegen die erlaubte Fahrtrichtung gefahren.


Was wissen die noch alles? In der Kreisstadt müssen sich Grundstücksbesitzer eines mühsamen Verfahrens unterziehen. Es geht um Gebühren für Niederschlagswasser, das von versiegelten Flächen in die Kanalisation geleitet wird – zum Beispiel von Höfen und Einfahrten wie am Handwerksmuseum. Dadurch wird die Kläranlage belastet, was wiederum die Kosten für die Allgemeinheit in die Höhe treibt. Die Bürger haben eine Mitwirkungspflicht an der Ermittlung ihrer versiegelten Flächen. Innerhalb von vier Wochen müssen sie gegenüber den Stadtwerken eine „Selbsterklärung“ abgeben oder sie verzichten darauf und erkennen die Daten widerspruchslos an. Der eine oder andere rätselt nun, woher die Stadt weiß, ob und wo auf einem privaten Grundstück Flächen gepflastert sind oder – ökologisch sinnvoller – Wasser im Erdreich versickern kann. Die Antwort steht im Anschreiben: durch eigens angefertigte Luftaufnahmen. Nun stellt sich mancher auch die Frage: „Was wissen die noch über mich?“


Der Feuerwehr sei Dank. In Astheim heißt es: „Zum Glück haben wir die Feuerwehr“. Die hat beim Brand einer Gaststätte im Bürgerhaus Schlimmeres verhindert, weil die Einsatzkräfte das Übergreifen auf Saal und Bücherei vermeiden konnten. Der Gegensatz könnte nun kaum größer sein: Vor blühenden Landschaften stehen Container voller Schutt. Auf unbestimmte Zeit ist der Zugang gesperrt.

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