Worüber die Leute reden


Konflikt um Rotes Haus. Königstädten ist besorgt, ein Meinungsstreit breitet sich aus. Im Rüsselsheimer Stadtteil geht die Nachricht um, dass das „Rote Haus“, Teil der örtlichen Grundschule, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Manche sind klar dafür, andere empört dagegen. Die frühere Ortsvorsteherin Isolde Petigk hat das Thema in einem Schreiben an den Ortsbeirat aufgegriffen. Sie gibt zu bedenken, dass das Gebäude nur über eine Treppe mit acht Stufen zu betreten sei. „Ein krasser Widerspruch zur angestrebten Barrierefreiheit und Inklusion“, findet sie. Im Keller gebe es Relikte des alten Volksbads und fensterlose Räume mit geringer Deckenhöhe. Vom Hörensagen sei bekannt, dass die Knabentoiletten „sogar noch über riechende Pissrinnen anstatt der in modernen Schulen üblichen Sanitärobjekte“ verfügten, kritisiert Petigk. Was tun? Petigk regt eine Ortsbesichtigung durch den Ortsbeirat an, um die Diskussion zu befruchten, ob ein solches Gebäude erhaltenswert sei oder nicht. Ihr sei bewusst, „dass viele Königstädter das Rote Haus mit nostalgischer Verklärung sehen“. Diese Einstellung ändere sich spätestens aber, wenn auf die Barrieren hingewiesen werde, beobachtete sie. Die einstige Sprecherin des Ortsbeirats deutet einen im Ort kursierenden Vorschlag an, wie es die Königstädter schaffen könnten, dass die Grundschule pädagogisch sinnvoll nutzbare Räume bekomme und gleichzeitig der ortsbildprägende Eindruck erhalten bleibe: „Man könnte einen Neubau ja auch wieder rot streichen.“


Keine unnötige Angst. In der Kreisstadt können Kinder und Jugendliche auf Spielplätzen weiterhin unbekümmert herumtollen. Zumindest vor Wildbienen müssen sie sich nicht fürchten, lässt die Stadtverwaltung auf Nachfrage beim Imkerverein Wiesbaden wissen. Es sei daher unnötig, wie zuletzt mehrfach geschehen, Alarm zu schlagen und sich übermäßig zu sorgen. Wildbienen lebten nicht in einem Staat wie eine Honigbiene. Daher müssten sie nichts verteidigen. Sie wichen Konfrontationen eher aus. Wildbienen seien sanftmütig und eigneten sich sogar zur Naturbeobachtung.


Hinweis vermisst. Die Gemeinde Büttelborn und Hoerdt, das nördlich von Straßburg im Elsass liegt, sind nun verschwistert. Das wurde groß gefeiert, während es andernorts erhebliche Probleme gibt, jahrzehntelange Freundschaften fortzusetzen, etwa zwischen Nauheim und dem französischen Charvieu-Chavagneux nahe Lyon. Der eine oder andere Büttelborner erwartet nun, dass auf die neue Partnerschaft öffentlich hingewiesen wird, etwa an den Ortseingängen. „Aber da steht nichts oder nur eine hässliche Werbetafel“, beklagt sich ein unzufriedener Bürger.


Suche nach Finder. Peter Schade aus Nauheim zeigt seine Geldbörse aus gutem Grund: Im Atrium hat er sie verloren, in seinem Briefkasten fand der frühere Flugingenieur sie wieder. Ein „ehrlicher Finder“, so eine Notiz, hat sie ihm dort eingeworfen. Wer dieser ist und wie Schade sich dankbar zeigen könnte, weiß er nicht. Auf einen Facebook-Hinweis gab es zwar viele Kommentare und reihenweise Respektsbekundungen (nach dem Motto: „Dass es so was heutzutage noch gibt“), aber noch hat sich der „ehrliche Finder“ nicht gemeldet. Jetzt hofft Schade, dass dieser das WIR-Magazin liest und ihn kontaktiert. Peter Schade ist telefonisch erreichbar unter der Nr. 0176-47576662.

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