Worüber die Leute reden (264)

Naherholung sieht anders aus. Im Nordwesten wandelt sich das Entree der Kreisstadt durch die Bebauung des ehemaligen Südzuckergeländes. Gar nicht weit entfernt, bei der Einfahrt über die Frankfurter Straße am Europa-Kreisel, werden Einheimische und Gäste mit wehenden Fahnen empfangen – wie erfrischend. Doch wenige Meter abseits verkommt ein ehemaliges Idyll mitten in der Stadt. Das Bett des Mühlbachs ist überwuchert mit Pflanzen, zudem wird es stellenweise als Müllhalde missbraucht. Naherholung sieht anders aus, da helfen auch keine bunten Fahnen.

Lutherweg in „GG 2017“. „GG 2017“ ist auf dem Markt, die druckfrische Ausgabe des Jahrbuches des Kreises. Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit geschichtlichen Themen, etwa einem Blick auf die Festungsstadt Gustavsburg, der Zeppelinlandung am Rheinufer und die Wallerstädter Besiedlung in der Zeit der Merowinger. Der Nauheimer Hans Joachim Brugger (Foto) thematisiert Luthers Weg auf seiner Reise zum Wormser Reichstag. Kam Luther wirklich durch Nauheim und Trebur, wie es der Rüsselsheimer Sprachwissenschaftler Prof. Ernst E. Metzner behauptet? Oder wählte er einen durch eine historische Karte von 1565 nachweisbar geradlinigen Weg über Frankfurt, Mörfelden, Dornberg/Groß-Gerau, Wallerstädten, Geinsheim und Oppenheim? So sehen es die „Gerer Haoniggelsderfler“ um Lebrecht Viebahn und Alfred Neumann, die sich wiederum auf den Klein-Gerauer Heimatforscher Dr. Heinrich Klingler berufen. Beweisbar ist wohl keine These, doch für Gesprächsstoff dürfte in den nächsten 500 Jahren gesorgt sein.
Das Jahrbuch ist übrigens zum Preis von 15 Euro an der Infothek im Landratsamt Groß-Gerau, in der Stadtverwaltung Riedstadt sowie in mehreren Buchhandlungen im Kreis erhältlich.

Helfer unter einem Dach. Im nordöstlichen Bereich Groß-Geraus zeichnen sich Änderungen für Bürger, sozial Engagierte und Hilfsbedürftige ab. Die Diakonie Hessen will das nicht mehr genutzte Kirchengebäude der Versöhnungsgemeinde, immerhin mehr als 6.600 Quadratmeter groß, umbauen. In der Nähe der Nordschule sollen in dem rund 500 Quadratmeter großen und elf Meter hohen früheren Kirchenraum zwei Geschossdecken eingezogen und das gesamte Gebäude mit neuen Fenstern belichtet werden. Geplant sind Büro- und Beratungsräume des Diakonischen Werks, sechs Wohnungen und ein Lichthof. Hilfsangebote und Dienstleistungen sollen zusammengeführt werden: Beratungszentren, Flüchtlings- und Asylbetreuung, betreutes Wohnen und eine Kontaktstelle wären dann unter einem Dach.

Mehr Sicherheit und Kontrollen. Wie sicher fühlen sich die Bürger? Die SPD-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung macht sich dafür stark, dass für den Groß-Gerauer Altstadtbereich zwischen Marktplatz und Frankfurter Straße ein Sicherheitskonzept entwickelt wird. Eine bessere Beleuchtung und eine erhöhte Präsenz von Ordnungshütern sollen der Kriminalitätsprävention und dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung dienen. Die Bürgerliste Freie Wähler im Kreistag plädiert dafür, das Ordnungsamt um eine Personalstelle aufzustocken. Hierbei dreht es sich allerdings um mehr Kontrollen wegen Falschparker in der Innenstadt.

Geld für das Dorfgemeinschaftshaus. Der Wandel lässt die Stadtteile nicht außer Acht. Das 1967 in Berkach errichtete Dorfgemeinschaftshaus sei unattraktiv geworden, heißt es in einem Antrag der FDP-Kreistagsfraktion. Darin werden Sanierungsmittel von einer halben Million Euro gefordert, weitere 250.000 Euro sollen im Investitionsprogramm für 2019 vorgesehen werden. Bislang wurden die Ausgaben auf rund 800.000 Euro geschätzt.

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