Worüber die Leute reden


Unklarer Wahltermin. Wie auf dem Tablett wird Marcus Merkel (SPD) das Büttelborner Rathaus nicht serviert bekommen. Immerhin heißt sein Widersacher bei der Bürgermeisterwahl Andreas Rotzinger (CDU) – und der ist Amtsinhaber. Doch Merkel, 46 Jahre alt, Energiewirt, gebürtiger Groß-Gerauer und nicht verwandt mit der Kanzlerin, hat schon mal seinen Hut in den Ring geworfen. Ob noch mehr Kandidaten antreten? Ob es so spannend wird wie in der Kreisstadt, mit gleich sechs Aspiranten, die um das Spitzenamt wetteifern? Für Gesprächsstoff ist in Büttelborn jedenfalls noch eine Weile gesorgt, denn wann genau die Wahl sein wird, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich ist der Urnengang zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019.


Umständehalber abzugeben. Einen neuen Zweck erfüllt in absehbarer Zeit das herrschaftlich anmutende Gebäude in der Groß-Gerauer Helwigstraße 30, gemeinhin als „Haus der Kirche“ bekannt. Nach der Dekanatsfusion mit Rüsselsheim wird der Sitz des ehemaligen Dekanats Groß-Gerau von der Evangelischen Kirche nicht mehr benötigt. In einer Delegiertenversammlung wurde entschieden, das Haus mit rund 400 Quadratmetern Nutzfläche und einem Verkaufswerkt von 830.000 Euro an die Stiftung der Diakonie Hessen zu veräußern. Die künftige Nutzung steht bereits fest. Geplant ist ein Betreuungsangebot zugunsten junger, entkoppelter Menschen, für die andere Hilfesysteme nicht mehr greifen.


Unentschieden. Im Treburer Ortsteil Astheim ist eine Diskussion über die Schließung einer kleinen Bibliothek noch nicht ausgestanden. Immerhin wird nicht am Stammtisch im Bürgerhaus darüber entscheiden, in dessen Räumen die öffentliche Bücherei untergebracht ist. Ein FDP-Antrag, auf das Kulturangebot künftig zu verzichten, ist bereits abgelehnt worden. Auf Initiative der CDU wurde indes beschlossen, ein neues Konzept für die Büchereien in Trebur mit dem Ziel zu erarbeiten, die Öffnungszeiten anzupassen und das Personal zu reduzieren. Das Ziel ist ein ehrenamtlich organisierter Büchereibetrieb, wie etwa in Königstädten durch den Verein „Bücherfreunde“, der allerdings seinerseits Probleme hat, sein Kleinod im Rüsselsheimer Stadtteil zu finanzieren.
Umgestalten erwünscht
Die Nauheimer Grünanlage Waldstraße soll zu einer Art Bürgerpark umgestaltet werden. Die Gemeinde hat dafür einen Beteiligungsprozess angestoßen, der 2018 ins Rollen kommen soll. Das Kinder- und Jugendparlament bringt sich ebenso ein, wie jeder interessierte Bürger seine Anregungen in den Entscheidungsfindungsprozess einfließen lassen kann. Mindestens 90.000 Euro will die Gemeinde für eine neue Optik mit größerem Nutzwert aufbringen. Ob das alte Schachfeld unter freiem Himmel den Umbau überstehen wird, steht noch nicht fest.


Unausgegoren. Der seit Kriegsende in Nauheim beheimatete Hersteller von Koffern und Etuis für Musikinstrumente, Jakob Winter GmbH, will die heimische Produktion auf bereits bestehende Betriebsorte im Osten verlagern und das Firmengelände in der Graslitzer Straße (Foto) mit bis zu 70 Wohnungen bebauen lassen. Der Plan hat zu starken Protesten in der Nachbarschaft und regen Debatten im sozialen Netzwerk Facebook geführt. Die gemeindlichen Gremien verdeutlichten, dass ein Bauantrag in der erwähnten Größenordnung abgelehnt würde, sind aber zu Verhandlungen über eine gemäßigtere Bebauung bereit.

Das könnte Dich auch interessieren...