Worüber die Leute reden (268)


Fast nur Logistik. Heute noch Säulen, morgen schon neue Hallen: Im Norden der Kreisstadt wächst ein unattraktives Stadtviertel heran, das auf unrühmliche Weise stadtbildendprägend sein wird. Ankommende werden von mächtigen, schmucklosen Logistiktempeln empfangen, die jeden Blick auf Groß-Gerau versperren. Vor wenigen Jahren, als das Ende der Zuckerfabrik feststand, wehrten sich die Menschen gegen ein REWE-Zentrallager. Die Hauptforderung der BI „Groß-Gerau 2020“ lautete, die Stadt solle lebenswerter, sauberer, energiebewusster „und ein bisschen grüner“ werden. Besonders kritisiert wurde, dass Groß-Gerau im Industriebereich „fast nur auf Logistik setzt, was viel Verkehr im gesamten Stadtbereich bedeutet“, wie es BI-Sprecherin Christine Grau seinerzeit formulierte. (WIR170 am 20.2.2010).


Besser als der Landesschnitt. Im Gerauer Land lebt es sich vergleichsweise sicher. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik der Polizei für 2017 hervor. Zwei Fakten stechen heraus. Erstens: Mit 63,5 Prozent haben die hiesigen Ordnungshüter mehr Fälle aufgeklärt als ihre Kollegen im Landesdurchschnitt (62,8 Prozent). Zweitens: Von den 11.704 registrierten Straftaten sind lediglich 438 Flüchtlingen zugeordnet worden – ein verschwindend kleiner Anteil.


Anlieger wollen Ruhe. Kleine Orte wie Berkach und Wallerstädten sollen besser vor Rasern und lauten Lastwagen geschützt werden. Das begrüßen Anwohner. Vorschläge, wie das passieren könnte, liegen auf dem Tisch, beispielsweise die Wiederinbetriebnahme einer deaktivierten Radaranlage in der Büttelborner Straße in Berkach (Foto). Oder ein Durchfahrtsverbot für Lkw, gegebenenfalls mit einer Tonnageprüfung, wie es für Wallerstädten erwogen wird. Wann ist es so weit? Darüber darf noch spekuliert werden. Die Verwaltung prüft, was technisch möglich und bezahlbar ist.


Tiere brauchen Pflege. Dem Groß-Gerauer Tiergartenverein fehlen ausgebildete Tierpfleger für die Fasanerie. Nach einem Aufruf an die Bevölkerung gebe es immerhin genügend Helfer, die die alltäglich anfallenden Arbeiten verrichteten, berichten Mitarbeiter. Aber Tierpfleger seien rar. Die Stadt signalisiert finanzielle Unterstützung, verlangt aber (wie bei anderen Vereinen) Unterlagen, die Aufschluss über die Notsituation und den anhaltenden Personalmangel geben.


Urbanes Leben. Das fast 18 Hektar große Gewerbegebiet rund um die Groß-Gerauer Odenwaldstraße soll attraktiver werden – als Gewerbestandort, aber auch für Wohnzwecke. Die Stadtverwaltung brütet über einer Änderung des Bebauungsplans, der dies regeln könnte. Zunächst soll eine Veränderungssperre um ein Jahr verlängert werden. Umbau, Abbruch, Neubau und Ähnliches ist damit verboten; Ausnahmen sind nur möglich, wenn sie künftigen Zielen nicht widersprechen. Das Ziel sei ein „verträgliches Miteinander“ verschiedener Nutzungen. Wie geht’s weiter? Im Mai sollen Entscheidungen fallen.

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