Ausflug ins Grüne

Von Werner Eitle.

Das Klimachaos, die zunehmenden Konflikte, die größer werdende Kluft zwischen arm und reich, was zur Polarisierung unserer Gesellschaft führt, die hemmungslos wachsende Weltbevölkerung und nicht zuletzt der dramatische Artenrückgang auf unserer Erde. Das alles sind deutliche Indikatoren, dass wir umdenken müssen. Weitermachen wie bisher ist angesichts dieser, für jeden erkennbaren Tatsachen keine Option. Die Welt neu denken, denn wir sind was wir tun, wie der NABU sagt.

Man könnte sagen, es ist der Preis für das Wohlstandsmodell des Westens, dass ständiges Wachstum erwartet und von vielen anderen Ländern ebenfalls angestrebt wird. Nur kann nichts ewig wachsen, ohne irgendwann zu einer zerstörenden Kraft zu werden. Immer noch glauben viel zu viele, dass die Weltwirtschaft zusammenbricht, wenn wir etwas Verzicht üben, nachhaltig wirtschaften und solidarisch handeln. Weil das so ist, fällt es schwer, neue Gedanken zu entwickeln, bei denen nicht jede Entscheidung an den Kosten, dem zu erwartenden Profit oder dem Machtanspruch festgemacht wird.

Viele unserer heutigen Probleme sind auf diese Auffassung zurückzuführen. Corona hat die Schwachstellen der überhitzten Wirtschaft noch deutlicher gemacht. Bedarf es einer Pandemie, um die Welt besser zu machen? Ich denke nicht! Jedoch scheint die Einsicht, dass nur, wenn wir zusammenwirken, auf Sicht bessere Lösungen gefunden werden, schwer zu vermitteln ist. Weg vom „ICH“, hin zum „WIR“, kann nur der Weg in die Zukunft sein, wenn die eingangs erwähnten Probleme verschwinden, zumindest aber abgemildert werden sollen.

Auch der dramatische Artenrückgang ist eine Folge unseres Tuns. Er ist eine Verarmung unserer Lebensqualität, und das Verschwinden einer Tierart ist ein unwiederbringlicher Verlust für die nächsten Generationen. Darum ist es vielleicht keine schlechte Idee, einmal einen Ausflug ins Grüne zu unternehmen, die einzigartige Atmosphäre unserer Naturwälder im Frühling zu erleben und darüber nachzudenken, was man selbst tun könnte, um am Erhalt der Natur vor unserer Haustür mitzuwirken.

Unter www.naturwald-hessen.de stellt der NABU Hessen die 23 größten Gebiete mit natürlicher Waldentwicklung in einzelnen Steckbriefen vor. Sie sind Wegweiser, Entscheidungshilfen und für alle erlebbar, sofern keine Einschränkungen bestehen. Bitte denken sie auch daran, dass sie in der Natur nichts zurücklassen außer ihre Fußabdrücke. Das gilt grundsätzlich!

In Naturwäldern werden künftig weder Bäume gepflanzt noch gefällt. Im Zuge der natürlichen Entwicklung darf alles von selbst wachsen. Statt mit 140 Jahren für die Holznutzung gefällt zu werden, können die Bäume dann größer, dicker und älter werden. Es werden spektakuläre Wälder entstehen, die nicht nur spannend und erlebnisreicher sein werden, sondern auch vielen bedrohten Arten ein Heimat geben können. Nun wünsche ich ihnen viele Naturerlebnisse! Genießen sie den Gesang der Vögel, den Duft der Blüten und spüren sie die Kraft, die ihnen die Natur gibt! Wenn sie das fühlen können, dann wissen sie, wie wertvoll eine intakte Natur für uns alle ist. Nicht zuletzt fördert sie unsere Gesundheit und das nicht nur in Corona-Zeiten. Deshalb bleiben sie gesund!

www.naturwald-hessen.de

Werner Eitle
ist Vorsitzender des Ortsverbands Groß-Gerau des Naturschutzbundes (NABU);
werner.eitle3@gmail.com

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