Erinnerung bewahren

Von Ulf Krone.

Mit unserer neuen Reihe „Historisches Klein-Gerau“ blicken wir anhand von Bildern aus dem Archiv von Meta Calliebe auf die Geschichte Klein-Geraus ab dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Pflege solcher historischen Dokumente sowie der dazugehörigen Geschichten widmen sich die Mitglieder der Heimatpflege Klein-Gerau, der auch Meta Calliebe angehört. WIR-Redakteur Ulf Krone hat mit dem Vorsitzenden Gerd Reinheimer über die Bedeutung der Heimatpflege, die Auswirkungen der Pandemie und die Schwierigkeiten, Jüngere für die lokale Geschichte zu begeistern, gesprochen.

Sie sind Vorsitzender der Heimatpflege Klein-Gerau. Welche Bedeutung hat der Begriff Heimatpflege für Sie?

Gerd Reinheimer: Heimatpflege bedeutet für mich das „In-Erinnerung-halten“ der dörflichen Gegebenheiten und Ereignisse, das „Heimisch-fühlen“ und auch die Weitervermittlung an die nachwachsenden Generationen.

Wie sieht die Arbeit der „Heimatpfleger“ in Klein-Gerau aus, und welche Ziele verfolgen Sie?

Gerd Reinheimer: Die Heimatpflege möchte die historischen Gegebenheiten unseres Ortes und der Region vermitteln und damit auch im Gedächtnis erhalten. Alle Bürger, die an der Vergangenheit unseres Dorfes und der Region interessiert sind, sollen die Möglichkeit zur Information und der Mitarbeit erhalten. Gerne würden wir noch mehr Exponate über unser Dorf aufbewahren. Leider lassen dies die uns zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten nicht zu.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Ihre Aktivitäten?

Gerd Reinheimer: Corona-bedingt können zurzeit nur wenige Aktivitäten stattfinden. Da zu unseren monatlichen Treffen, den Babbel-Nachmittagen, vorwiegend ältere Klein-Gerauer Mitbürger teilnehmen, müssen diese aufgrund der Pandemie leider ausfallen.

Im alten Rathaus liegen zahllose historische Exponate, und im alten Schulgebäude wurde das umfangreiche Archiv Ihres Vorgängers Dr. Heinrich Klingler mit den Aufsätzen zu historischen Klein-Gerauer Themen untergebracht. Ist geplant, das alles einmal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Gerd Reinheimer: Viele Aufsätze von Dr. Klingler wurden schon im WIR-Magazin veröffentlicht und werden immer wieder an den Babbel-Nachmittagen angesprochen. Von Zeit zu Zeit öffnet das Historische Rathaus, zum Beispiel zum Tag der offenen Tür, um der Bevölkerung die Möglichkeit zur Einsicht zu geben.

Aus Vereinskreisen ist immer wieder von Nachwuchssorgen zu hören, was schnell existenzbedrohend werden kann. Wie sieht es dahingehend bei der Heimatpflege Klein-Gerau aus?

Gerd Reinheimer: Leider wird die Erinnerung an Vergangenes bei den Menschen erst im fortgeschrittenen Alter stärker, so dass die Teilnahme überwiegend älterer Mitbürger verständlich ist. Das soll unser Bemühen, auch die jüngeren Mitbürger zu erreichen, nicht schmälern. Über die Teilnahme jedes jüngeren Interessenten würden wir uns selbstverständlich freuen.

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