Impulse für die Kreisstadt

Von Ulf Krone.

Der Groß-Gerauer Gewerbeverein hat auf seiner Jahreshauptversammlung kürzlich einige neue Projekte vorgestellt. Darunter einen Mehrweg-Kaffeebecher (Foto mit Zeichner Michael Apitz) und eine innerstädtische Informationsveranstaltung, die sich unter dem Titel GG-E-Motion dem Thema neue urbane Mobilität in der Kreisstadt zuwendet und damit den Autosalon im Frühjahr ablöst. WIR-Redakteur Ulf Krone hat beim Vorsitzenden Jörg Leinekugel nachgefragt.

Herr Leinekugel, der Sparkassen-Autosalon war im Mai ein Fixpunkt im Kalender. Nun folgt ein neues Format, warum eigentlich?

Jörg Leinekugel: Der Gewerbeverein war am Autosalon in der Vergangenheit als Kooperationspartner mit einem verkaufsoffenen Sonntag beteiligt. Nun war es der Wunsch der Sparkasse, sich aus der aktiven Organisation der Veranstaltung zurückzuziehen. Neuer Ausrichter ist die Groß-Gerauer Kfz-Innung, die einen Termin im September favorisiert. Für uns ist das keine Option, da der Spätsommer schon jetzt zwischen unserem Weindorf und dem Bauernmarkt mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen aufwartet. Und zwei verkaufsoffene Sonntage im Herbst, kurz hintereinander, machen einfach keinen Sinn.

Sie planen nun für den 26. Mai das Format GG-E-Motion, zusammen mit Frühjahrsmarkt und Europawahl.

Jörg Leinekugel: Zunächst einmal erhalten wir der Innenstadt nach dem „Frühlingserwachen“ einen wichtigen Schlüsseltermin zum Start der warmen Jahreszeit und dem Einzelhandel den verkaufsoffenen Sonntag. Der Einkaufsbummel und das Verweilen in der Stadt, draußen im Café oder auf unseren schönen Plätzen – die gute Lebensqualität, für die wir werben wollen, vermittelt sich einfach besser, wenn die Tage länger werden und die Sonne scheint.

Mit GG-E-Motion interpretieren Sie das ­Auto-Thema Mobilität auf neue Weise?

Jörg Leinekugel: Selbst in einer Kleinstadt wie Groß-Gerau erleben wir fast täglich, dass wir mit dem Auto auf der Straße kaum noch vorwärtskommen. Der Wunsch nach immer mehr Mobilität scheint sich selbst zu behindern. Beweglichkeit braucht neue Ideen. eBikes, Lastenräder und der öffentliche Nahverkehr können zur Entlastung beitragen. Kleinfahrzeuge sorgen dafür, dass auch Menschen mit Behinderung beweglich bleiben. Elektro-Autos fahren abgasfrei. Energie für neue Lösungen braucht Infrastruktur, Installation, Wartung usw.

GG-E-Motion besetzt ein Zukunftsthema und ist breit aufgestellt. Überraschend viele Unternehmen hier bei uns sind schon mit Lösungen beschäftigt. Sie alle sind eingeladen, um zu zeigen, was heute möglich ist.

Auch mit Ihrem Mehrweg-Becher gehen Sie neue Wege.

Jörg Leinekugel: Das ist richtig. Die Müllberge, die wir alle täglich mit dem Kaffee für unterwegs verursachen, lassen sich ja leider ebenso wenig wegdiskutieren wie die verstopften Straßen. Auch hier bedarf es neuer Lösungen. So ein System macht Sinn, wenn sich möglichst viele „Coffee-to-go“-Anbieter und am besten alle Kunden daran beteiligen.

Das Motiv ist übrigens seinerzeit für unser Weindorf entstanden und stammt von dem Rheingauer Zeichner Michael Apitz, der u.a. durch seinen Wein-Comic „Karl, der Spät­lesereiter“ bekannt geworden ist.


Jörg Leinekugel
Ist Vorsitzender des Gewerbeverein Groß-Gerau 1865 e.V.
joerg.leinekugel@gewerbeverein-gg.de

www.gewerbeverein-gg.de

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