Worüber die Leute reden


Kleine Wünsche sind auch wichtig. An wichtigen Themen mangelt es in der Kreisstadt nicht, von den Defiziten der Kreisklinik bis zum Kreiselbau Richtung Nauheim. Wenn Bürgermeister Erhard Walther zu einer Bürgerversammlung im Stadtteil Dornheim einlädt, kommen auch vermeintlich kleinere Themen aufs Tapet, die für Betroffene jedoch sehr bedeutend sein können. Etwa die Forderung für Tempo 30 in der Rheinstraße. Schlimm für die Bürger, dass solche Wünsche wenig Aussicht auf Erfolg haben, nicht zuletzt wegen der Kosten.


Sinnvolle Investitionen. Ein höherer Beitrag zur Kreisumlage trotz unveränderten Hebe­satzes dürfte den Kommunen im Gerauer Land mindestens ebenso zu schaffen machen wie eine höhere Schulumlage. Die soll von 17,9 auf 19,3 Millionen Euro steigen. Landrat Thomas Will begründet das mit „gigantischen Investitionen im dreistelligen Millionenbereich in den nächsten Jahren“. Dazu gehört der Neubau einer Ganztagsschule in Nauheim und der Umbau der Luise-Büchner-Schule in der Kreisstadt. Wenn nun die Kämmerer in den Kommunen jammern, weil die Schulumlage ihre Finanzplanung belastet, sollten sie gewiss sein: Das ist sinnvoll angelegtes Geld.

Konsequenzen ­gezogen. Thorsten Weber aus Königstädten ist von seinen politischen Ämtern als CDU-Vorsitzender und Stadtverordneter in Rüsselsheim zurückgetreten, weil er in der Rüsselsheimer CDU die „für Erfolg notwendige und unerlässliche Geschlossenheit von Partei und Fraktion“ vermisse. Es sei für ihn nie eine Frage gewesen, sich selbst oder persönliche Interessen über das Wohl der CDU zu stellen. Der Rückzug sei letztlich eine Konsequenz aus Respekt vor den Ämtern. Kreistagsabgeordneter wolle er bleiben. Sein Entschluss stößt bei vielen Wegbegleitern auf Verständnis und Bedauern. Weber hinterlasse in der Rüsselsheimer Politik eine große Lücke, heißt es.


Sache der ­Menschenwürde.
Abriss und Neubau: Das Stadtparlament der Kreisstadt hat über das Haus Raiß in der Frankfurter Straße 46 entschieden. Für vier Millionen Euro soll eine neue Seniorentagesstätte gebaut werden. Jetzt geht es um wichtige Details, etwa die Barrierefreiheit. Bislang liegt nur eine Entwurfsplanung vor, die Feinheiten kommen noch. Das Parlament wird darüber befinden. Bürgermeister Erhard Walther verspricht, beim Neubau nicht sparen zu wollen. Das korrespondiert mit den Ansprüchen der Kommunalpolitik: Es sei eine Sache der Menschenwürde, wenn die Nutzer des Hauses nicht auf die Hilfe anderer angewiesen seien, sagt beispielsweise Monika Freitagsmüller (Freie Wähler).

Mehr ­Verkehr. Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Groß-Gerau hat nach Gewerkschaftsangaben einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen den Kreis im vergangenen Jahr rund 89.000 Menschen regelmäßig – 29 Prozent mehr als im Jahr 2000. Eine Engstelle der letzten Monate war die Baustelle im Nordwesten Groß-Geraus. Dort kann nun ein neuer Kreisel befahren werden. Wie er sich bewährt, wird sich zeigen. Forderungen der Gewerkschaft, massiv in die Verkehrsinfrastruktur zu investieren, um Pendler zu entlasten, beziehen sich allerdings auch auf das Schienen- und Radwegenetz.

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