Worüber die Leute reden

Von Rainer Beutel.

Corona ist leider in dieser Rubrik ein Dauerbrenner geworden. Zumal der Kreis Groß-Gerau landesweit seit Wochen einen vorderen Rang oder gar zeitweise die ruhmlose Spitzenposition bei den Infektionszahlen einnimmt. Woran liegt das eigentlich? Das Presseamt verweist auf „viele Reiserückkehrer aus Risikogebieten“, über 40 nachgewiesene Folgefälle einer großen Familienfeier im August sowie Fälle in Schulen und einem Seniorenheim. „Eine andere Erklärung können wir nicht bieten“, heißt es auf Nachfrage. Die neue, schärfere Allgemeinverfügung ließ nicht lange auf sich warten. Der weitere Anstieg auf eine Corona-Inzidenz von über 50 wenige Tage später hat die Lage nur noch verschärft. Ein Ende ist noch nicht absehbar.

Ungewöhnliche ­Vorboten der Kommunalwahl kommen aus der Kreisstadt. Die gerade nominierte CDU-Liste führt durchaus kompetente Kräfte auf wie etwa Vorsitzende Julia Hartmann auf Platz zwei. Ganz vorne rangiert Bürgermeister Erhard Walther. Das vermeintliche Zugpferd könnte und dürfte, wenn er gewählt wird, sein Stadtverordnetenmandat nicht annehmen. Denn das kollidiert mit seinem Bürgermeisteramt. Und davon wird sich der Amtsinhaber wohl kaum vorzeitig verabschieden, oder haben WIR etwas verpasst?

Bei der Kreisklinik in Groß-Gerau ist das Insol­venz­verfahren beendet. Nach einem Schuldenschnitt sagt der Landrat: „Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.“ Wie geht’s also auf dem Weg zu einem „finanziell stabilen Gesundheitszentrum“ weiter? Zum Beispiel damit, dass trotz angestrebten Personalabbaus 28 Pflegekräfte für Corona-Patienten vorgehalten werden müssen und der Kreis die Mehrkosten übernimmt. 107 Vollzeitstellen wurden abgebaut, 73 Krankenhausmitarbeiter wechselten in die Kreisverwaltung, andere wurden im umliegenden Kliniken angestellt. Für die Zukunft ist die Rede von einem „intersektoralen Gesundheitszentrum“. Investoren und Kooperationspartner würden gesucht. So viel steht fest: Der Kreis wird das Krankenhaus vorerst mit zwei bis drei Millionen Euro im Jahr bezuschussen.

In Königstädten rammte ein 32-jähriger Autofahrer eine Bushaltestelle, wo er – offenbar absichtlich – seinen dort wartenden 20-jährigen Freund umfuhr und schwer verletzte. Eine Tat, die Entsetzen und Kopfschütteln hervorrief.

Aus Büttelborn kommt die Nachricht, dass der frühere Bürgermeister Andreas Rotzinger bei der Direktwahl des Landrats im Odenwaldkreis für die CDU antritt. Der Karrieresprung könnte am 21. März 2021 gelingen – wenn die Bürger sich tatsächlich für den bisherigen Klein-Gerauer entscheiden und Rotzinger, wie Walther, nicht irgendwo auch Stadtverordneter werden will [Ironie aus].

In Zeiten knapper Kassen regen sich die Menschen auf, wenn der Staat Geld für Maßnahmen ausgibt, die viele nicht leicht nachvollziehen können. Dazu gehört im Kreis Groß-Gerau der geplante Anbau am Landratsamt der Kreisverwaltung für Schätzkosten von 17 Millionen Euro. Da hätten die Narren an Fastnacht sicherlich was zu lästern, wenn Corona nicht auch die Kappensitzungen zunichte macht, was sich zurzeit andeutet.

Gemessen am ­Landratsamt scheint die geplante Eigenheimsanierung in Trebur ja noch recht günstig, sorgt aber gleichsam für Debatten. Schlappe zwei Millionen Euro soll das Projekt kosten, weil, so die offizielle Begründung, die Gemeinde die Arbeiten ausschreiben muss. Also wird alles, wie üblich, teuer, wenn die öffentliche Hand Aufträge vergibt.

In Groß-Gerau gibt es neuerdings Ringe für Pfandflaschen, die sich Bedürftige nehmen und einlösen könnten. Eine gute Idee, doch besser wäre es natürlich, wenn Menschen auf die kleinen Cent-Beträge gar nicht erst angewiesen werden. Bislang füllen sich die Sammelstellen rege, heißt es.

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