Faszination Fliegen

Von Ulf Krone.

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst. Seit mehr als 50 Jahren erobern die Mitglieder des Modellflieger-Clubs Groß-Gerau den Himmel über der Kreisstadt.

All jenen, für die ein Pilotenschein unerreichbar ist und die den entsprechenden Sportarten wie Fallschirmspringen oder Gleitschirmfliegen nichts abgewinnen können, bleibt glücklicherweise das Modellfliegen. Drohnen sind zwar in aller Munde, aber stilvoller geht es natürlich mit einem Modellbauflugzeug oder -helikopter – am besten in einem Verein. Im Modellflieger-Club Groß-Gerau findet man beste Voraussetzungen wie ein schönes Flugfeld, Vereinsräumlichkeiten mit allem, was zum Modellbau benötigt wird, und kompetente Mitglieder, die Anfängern mit Rat und Tat zur Seite stehen. WIR-Redakteur Ulf Krone hat sich mit dem 1. Vorsitzenden Jochen Klein und dem 2. Vorsitzenden Thomas Riediger getroffen, um über die Faszination des Modellfliegens zu sprechen und natürlich ein paar Modelle in Aktion zu sehen.

Herr Klein, Herr Riediger, Sie haben erst vor Kurzem Ihre Ämter als Vorsitzende des Modellflieger-Clubs Groß-Gerau übernommen. Geben Sie unseren Lesern bitte einmal einen Einblick in den Verein und seine Geschichte!

Jochen Klein: Der Verein wurde 1970 gegründet. Bis 1988 mussten die Modellflieger ihr Fluggelände schon viermal wechseln. Seit 1988 sind wir zwischen Groß-Gerau und Wallerstädten zu finden.

Wie lange sind Sie persönlich schon dabei?

Jochen Klein: Seit 1973 bin ich im Verein. Schon mein Vater war begeisterter Modellflieger und er hat mich damals zu diesem schönen Hobby gebracht

Thomas Riediger: Da ich ein paar Jahre jünger bin, habe ich auch „erst“ 45 Jahre Modellbauerfahrung. Angefangen habe ich mit einem Boot, aber nur hin- und herfahren war mir irgendwie zu langweilig. Dann habe ich mir einen Amigo (ein einsteigerfreundliches Segelflugmodell mit einem kleinen Motoraufsatz) zusammengespart und zusammen mit Schulfreunden meine ersten Flugversuche unternommen. Irgendwann hat es dann auch geklappt.

Wie viele Mitglieder hat der Verein heute? Gibt es noch Kapazitäten?

Jochen Klein: Wir haben derzeit 80 Mitglieder, wovon ca. 20 aktiv fliegen. Ja, wir haben noch Kapazitäten und würden gerne neue Mitglieder – insbesondere Jugendliche – im Verein begrüßen.

Erklären Sie bitte einmal die Faszination, die vom Modellbau und/oder dem Fliegen der Modelle ausgeht! Was ist das Besondere – auch für junge Menschen?

Jochen Klein: Das Hobby ist sehr facettenreich. Das beginnt bei der Auswahl der Modellkategorie (Flächenflugzeug oder Helikopter? Segelflug, Motorflug oder Jetmodell? Funktionsmodell oder Super-Scaler?) und endet bei den Anforderungen an den Piloten. Der muss auch in den Bereichen Holz- und Kunststoffbearbeitung, Aerodynamik, Maschinenbau, Elektronik oder IT gewisse Grundkenntnisse erwerben. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten helfen einem durchs ganze Leben. Egal, ob man dann später in der Luftfahrt arbeitet, oder einfach nur ein Regal von Ikea zusammenschraubt.

Was wird im Verein an Modellen geflogen, und was sind die Unterschiede?

Thomas Riediger: Bei uns wird die ganze Bandbreite des Modellsports geflogen, vom Segler (vom Leichtwindmodell bis hin zu sechs Metern Spannweite) über Trainermodelle und Kunstflieger bis hin zum Hubschrauber oder Jets mit Turbinen und Einziehfahrwerken. Unsere maximal zulässige Abflugmasse beträgt 25 kg.

Wenn jemand neu mit dem Modellfliegen beginnen möchte, worauf ist dabei zu achten? Was sind die Voraussetzungen, um bei Ihnen aktiv werden zu können?

Jochen Klein: Wichtig ist eigentlich nur ein gewisses Interesse an der Fliegerei und natürlich eine gewisse Affinität zu Technik. Den Rest lernt man im Laufe der Zeit. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Und hier sind wir schon wieder bei den Vorteilen des Vereins: Beim Lehrer/Schülerfliegen kann der erfahrene Lehrer dem Schüler das Kommando über das Modell übergeben und, im Falle einer brenzligen Situation, ganz schnell wieder eingreifen und den Flieger wieder in eine sichere Ausgangsposition bringen. Auch helfen erfahrene Vereinskollegen gerne, falls man mal vor einem Problem steht. Das beginnt schon bei der Auswahl des ersten Modells und der richtigen Ausrüstung. Auch bei der Einhaltung von rechtlichen und gesetzlichen Bestimmungen stehen die Vereinsmitglieder dem Einsteiger gerne zur Seite.

Mit welchen Kosten muss man als Einsteiger ungefähr rechnen?

Jochen Klein: Ein umfassendes Einsteigerset ist bereits ab etwa 300 Euro zu bekommen. Darin enthalten ist das Flugmodell, ein einfaches Fernsteuersystem, Motor, ein Akku und ein Ladegerät. Diese Modelle sind oft aus einem Schaum (ähnlich Styropor) hergestellt.

Der „Bau“ eines solchen Modells beschränkt sich oft auf das Zusammenstecken von vorgefertigten Komponenten und geht zumeist schneller als das Laden des Antriebsakkus. Auch erhält man, bedingt durch die Fertigbauweise, ein gutfliegendes Modell, das auch mal eine ruppige Landung wegsteckt.

www.mfc-gg.de

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