Austausch und Veranstaltungen

Von Ulf Krone.
Die Landfrauen in der Kreisstadt feiern in diesem Jahr 75-jähriges Bestehen. Viel hat sich seit der Gründung verändert. Insgesamt ist die Region zwar nach wie vor auch von der Landwirtschaft geprägt, doch das Interesse hat nachgelassen. Nachwuchssorgen und die angespannte Haushaltslage in der Kreisstadt wirken sich auch auf die Landfrauen aus. Wo die Ursprünge der Landfrauen in der Kreisstadt liegen, wie es dem Verein aktuell geht und was in der nächsten Zeit alles geplant ist, hat WIR-Redakteur Ulf Krone bei Heidrun Franzmann, der langjährigen Vorsitzenden der Landfrauen Groß-Gerau, nachgefragt.
Seit 75 gibt es nun die Landfrauen Groß-Gerau. Sie selbst sind seit 1991 Vorsitzende beziehungsweise Sprecherin im Verein. Geben Sie unseren Lesern bitte einmal einen kurzen Einblick in die Geschichte des Vereins! Worum geht es bei den Landfrauen?
Heidrun Franzmann: Begonnen hat diese Frauenbewegung mit ungezwungenen Treffen von gleichgesinnten Bäuerinnen, mit der Möglichkeit, sich offen und ohne Hemmungen – auch über heikle Themen – auszutauschen. Es wurde nicht nur erzählt, sondern auch gemeinsam Volkslieder gesungen, über Witzchen gelacht und dabei noch Handarbeiten gemacht. Ausflüge waren noch nicht so häufig wie heute. Dennoch fuhr man z.B. zur HaFa (Hauswirtschaftliche Fachausstellung) nach Wiesbaden, wo man sich über manche Neuerung wunderte, aber auch begeistert Hilfreiches und Arbeitserleichterndes fand. Weitere Schwerpunkte der Landfrauen finden sich in unterschiedlichsten Bereichen, wie Weiterbildungen auf diversen Gebieten – Gesundheit, Fauna und Flora, aktive Teilnahme z.B. an Kochkursen, Lesungen, Modeschauen, sowie sportliche Aktivitäten und vieles anderes mehr. Neben der Vereinsarbeit und Veranstaltungen sind wir, die Landfrauen, auch beim Kreisbauernmarkt, dem Weihnachtsmarkt und der Gewerbeschau mit hausgemachten, deftigen Speisen – z.B. „Handkäs’burger“ oder „Spundekäs‘ mit Brezelche“ und natürlich mit selbstgebackenen Kuchen und Torten nach wie vor aktiv vertreten.

Wie sind Sie dazu gekommen? Was bedeutet Ihnen persönlich die Arbeit im Verein?
Heidrun Franzmann: Meine Schwiegermutter, eine Bäuerin in Groß-Gerau, hat mich animiert, und ich wurde von Anfang an gut im Verein integriert und akzeptiert. Nach vier Jahren habe ich bereits den Vorsitz von Elfriede Hirsch übernommen.
Ich möchte allen Frauen Ort und Zeit geben, gemeinsame Unternehmungen und Veranstaltungen zu erleben. Es ist eine Position, in der ich Frauen leiten kann und die mir die Möglichkeit gibt, immer ein offenes Ohr für die Anliegen und Bedürfnisse aller Mitgliederinnen zu haben. Wichtig war und ist mir nach wie vor, eine gewisse Harmonie und Zufriedenheit untereinander hervorzurufen, soweit dies bei den vielen unterschiedlichen Charakteren möglich ist.
Wie geht es dem Verein aktuell? Gibt es genug Nachwuchs?
Heidrun Franzmann: Mit ca. 90 Mitgliederinnen sind wir gut aufgestellt. Allerdings ist der Altersdurchschnitt hoch und es fehlt an jüngeren Frauen. Wir sind derzeit vermehrt dabei, junge Mitgliederinnen für unseren Verin zu gewinnen.
Wie wird das Jubiläum gefeiert?
Heidrun Franzmann: Seit vielen Jahren hege ich den Wunsch, gemeinsam mit meinen Landfrauen ein außergewöhnliches Fest zu feiern. Die Jubiläumsfeier für 75 Jahre Ortsverein Groß-Gerau bot nun den richtigen Anlass für ein „Dinner in weiß“. Meinen Vorstand konnte ich von dieser Idee überzeugen und wir haben auch noch den passenden Veranstaltungsort gefunden, das Dornberger Schloss. Um 12 Uhr begann Ende Juli alles mit einem Sektempfang. Im Anschluss an ein mediterranes Buffet hat der Vorstand einen Rückblick auf 75 Jahre Vereinsleben gegeben, wobei auch für kleine Überraschungen gesorgt war und keine der Damen mit leeren Händen nach Hause gehen musste. Dazu sorgte die Gitarrengruppe Nord unter der Leitung von Wilma Lindemann für Stimmung.
Hat die prekäre Haushaltslage der Kreisstadt Auswirkungen auf die Arbeit des Vereins?
Heidrun Franzmann: Derzeit sind wir aus eigener Kraft in der Lage, dies alles zu stemmen, und sind nicht zwingend auf die Unterstützung der Kreisstadt angewiesen. Allerdings sehen wir für die Zukunft durchaus einen Unterstützungsbedarf. Besonders auch unter dem Aspekt, dass wir die Kreisstadt bei entsprechenden Veranstaltungen immer unterstützen.
Welche Veranstaltungen stehen als nächstes an?
Heidrun Franzmann: Im August stehen eine Theaterfahrt nach Ötigheim zu „My Fair Lady“ und eine Radtour an. Im September eine Fahrt nach Schotten zur „Vulkanbäckerei“ mit anschließender Einkehr und das Zwiebelkuchen-Essen in Berkach. Im Oktober sind wir auf dem Kreisbauernmarkt sowie beim traditionellen „Herbstfest im Altenpflegeheim an der Fasanerie“.





