Looksmaxxing

Von Edelgard Rietz.

Was für ein Wort. Es geht dabei um einen Trend im Internet, der jungen Männern vorgibt, sie könnten ihr Aussehen maximieren, indem sie ihre Wangenknochen zertrümmern, um beim Zusammenwachsen markanter auszusehen. Es könnte doch auch genau das Gegenteil passieren.

Wie bekloppt muss man sein, um daran zu glauben? Der Schlag muss doch auch vorhergeübt werden, sonst sind die Zähne mit im Eimer. Ganz abgesehen von den Schmerzen, Blutergüssen usw.

Ich hab mir immer eingebildet, dass das, was im Kopf drin ist, zählt. Da wäre es allerdings manchmal nicht schlecht, wenn man dem einen oder anderen einen Schlag auf den Hinterkopf versetzt, um den Inhalt zu optimieren. Vorher üben muss aber sein. Zu viel ist nicht gesund, zu wenig langt bei einigen Spezies nicht. Alte Männer sind oft ganz gefährlich, da braucht es Zeit bis der Kalk sich löst. Bei manchen Menschen ist Hopfen und Malz jedoch verloren. Doch wenn diese friedlich sind, nehmen wir sie auch in die Mitte.

Wenn bei so einem Optimierten alles abgeheilt ist und er in den Spiegel guckt, was sagt das Spiegelbild? „Ran an die Frauen, ich bekomme jeden nur denkbaren Job, was bin ich doch großartig? Jetzt fängt das Leben an?“

So ein Beautyboy ist, oberflächlich gedacht, begünstigt. Es braucht dann Zeit, die Wahrheit vom Schein zu unterscheiden. Ist so einer als Rattenfänger unterwegs, kann es gefährlich werden. In diesen Zeiten gibt es reichlich Übungsmaterial. Lange suchen müssen wir nicht.

Edelgard Rietz
ist Malerin mit Wohnsitz in Groß-Gerau;
edelgard.rietz@gmx.de

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