Der Rohbau steht

Von Ulf Krone.
Der Bau des Hospiz in Groß-Gerau schreitet rasch voran. Bereits im Juni hatten die Beteiligten Richtfest feiern können, jetzt beginnt schon der Innenausbau. Gut ein halbes Jahr nach unserer ersten Baustellenbegehung treffe ich mich erneut mit Projektleiter Raimund Schreckenberger, der mich dieses Mal durch ein grundsätzlich fertiges Gebäude führt. Gerade werden Rohre und Leitungen verlegt, bald schon können Fußböden und Wände in Angriff genommen werden.
Obwohl noch ein Rohbau, ist die Architektur des Gebäudes schon jetzt äußerst attraktiv und vor allem gut durchdacht. Überstände verhindern, dass das pralle Sonnenlicht direkt durch die Fenster der Bewohner fällt. Ein begrüntes Dach, eine begrünte Fläche im zweiten Stock sowie eine Grünfläche zwischen Hospiz und Straße sorgen für besseres Klima um das Gebäude herum, und die Flächen bieten Insekten Heimat und Nahrung und haben eine beruhigende Wirkung. Dafür arbeitet man mit der lokalen Initiative Klimaaktiv und der Insektenschutz-Organisation INSECT-RESPECT zusammen.

Geschickt gesetzte, üppig dimensionierte Fenster sorgen für viel natürliches Licht im Inneren. Der alle Bereiche der Stockwerke verbindende Flur verläuft in einer eleganten Kurve, was ihn weniger nüchtern macht und diesem Raum etwas Tröstliches verleiht. Ganz oben gibt es den „Raum der Stille“, einen großen lichtdurchfluteten Raum, einen Rückzugsort, einen Ort der Trauer und des Abschieds. Im Erdgeschoss haben Küche und weitere Funktionsräume sowie ein ambulanter Bereich Platz, im ersten Stock liegen die Zimmer der Bewohner und im zweiten Stock die Büros der Verwaltung sowie Raum für das Personal – und eben der „Raum der Stille“. Es sei für die Mitarbeitenden wichtig, in ihren Pausen richtig raus zu sein aus der Arbeitssituation, um damit selbst gut umgehen zu können, betont Raimund Schreckenberger. Deshalb können sie im zweiten Stockwerk in ihrer Pause auf eine begrünte Fläche schauen, die gleichzeitig den Bewohnern im ersten Stock Schatten spendet.
Darüber hinaus befindet sich das Projekt nach wie vor sowohl im Zeitrahmen als auch im Rahmen des Budgets. Wenn, dann könne sich zeitlich noch etwas verschieben, falls der kommende Winter besonders Ärger mache, ansonsten bleibt es bei der avisierten Fertigstellung in März oder April 2027. Die ersten Bewohner könnten dann voraussichtlich ab August 2027 aufgenommen werden. Alle Beteiligten arbeiten mit großem Engagement und großer Professionalität an diesem Ziel.





