Gedenken an jüdische Nachbarn

AG Stolpersteine.
An der Pforte 13, zwischen Hausnummer 11 und dem heutigen Dorfzentrum, stand bis 1940 ein kleines Haus, in dem bis 1938 acht Personen lebten: Das Ehepaar Salomon und Linchen Rohrheimer, deren Tochter Delphine mit ihrem Ehemann Theodor Schiff und deren vier Kinder Ludwig, Margot, Irene und Ernst.
Einladung zur ersten Stolpersteinverlegung in Wallerstädten am 14. April um 9 Uhr.
Nach der Reichspogromnacht wurden Theodor Schiff und Salomon Rohrheimer bei der sogenannten Judenaktion am 11.11.1938 verhaftet und Theodor Schiff im KZ Buchenwald interniert. Salomon und Linchen Rohrheimer wurden nach Frankfurt vertrieben, wo Linchen Rohrheimer bereits 1939 starb. Salomon Rohrheimer wurde 1942 ins Lager Theresienstadt deportiert und dort ermordet.
Theodor und Delphine Schiff flohen Anfang 1939 nach England. Ihre beiden jüngsten Kinder kamen mit einem der letzten Kindertransporte Ende 1939 von Frankfurt aus ebenfalls nach London. Dem Ehepaar und ihren vier Kindern gelang 1940 von dort aus die Flucht in die USA, wo ihre Nachkommen heute noch leben.
Zur Erinnerung an diese Wallerstädter Nachbarinnen und Nachbarn wird am 14. April um 9 Uhr vor dem Grundstück An der Pforte 13, neben dem Dorfzentrum, eine Veranstaltung stattfinden, in deren Rahmen der in ganz Europa tätige Künstler Gunter Demnig acht Stolpersteine für die oben genannten Personen verlegen wird.
Dies ist die erste Stolpersteinverlegung in Wallerstädten. Die Arbeitsgruppe Stolpersteine Wallerstädten, die fast vier Jahre lang recherchiert hat, lädt alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zur Verlegung und zum Gedenken ein. Danach werden im Dorfzentrum bei einem kleinen Imbiss weitere Informationen und Gespräche geboten.
Für die AG Stolpersteine:
Birk und Sabrina Kröger, Christine Raupp, Claudia Hinterthür, Klauspeter Schadt, Wolfgang Prawitz und Walter Ullrich; info@erfelder-synagoge.de





