Sensibilisieren und begeistern

Von Ulf Krone.

Mit viel Elan hat im vergangenen Herbst Priska Kramer (Foto) die Aufgabe der Klimamanagerin in Groß-Gerau übernommen. Nun ist es an ihr, die Kreisstadt auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und Maßnahmen zu Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu fördern. Was genau die Aufgaben einer Klimaschutzmanagerin sind, wo die Kreisstadt bei Klimaschutz und -anpassung aktuell steht und wie die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden soll, hat Priska Kramer WIR-Redakteur Ulf Krone im Gespräch verraten.

Sie haben vor einigen Monaten die Aufgabe der Klimamanagerin in der Kreisstadt übernommen. Wie kam es dazu? Stellen Sie sich unseren Lesern bitte einmal kurz vor!

Priska Kramer: Ich bin 32 Jahre alt und habe über drei Jahre als Klimaschutzmanagerin in Frankenthal gearbeitet. Vor meiner Tätigkeit als Klimaschutzmanagerin habe ich meinen Bachelor of Science Geographie und meinen Master of Science Mensch-Klima-PaläoUmwelt an der Universität Gießen gemacht. Während meines Studiums habe ich mich intensiver mit Bereichen der Klimaveränderung, der Naturereignisse und Naturkatastrophen sowie den Speichermöglichkeiten von CO2 beschäftigt. Darüber hinaus konnte ich Wissen in den Bereichen Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie Schadstoffe in der Umwelt sammeln. Seit dem 1. Oktober 2025 arbeite ich nun als Klimamanagerin in der Kreisstadt Groß-Gerau.

Was macht eine Klimamanagerin eigentlich genau, wie sehen Ihre Aufgaben aus?

Priska Kramer: Die Arbeit eines Klimamanagers umfasst die Bereiche des Klimaschutzes und der Klimaanpassung. So sind die Aufgaben eines Klimamanagers zum Beispiel die Analyse von Emissionen und die Dokumentation von Fortschritten (woraus sich oft neue Projekte ergeben), die Erstellung eines Klimaaktionsplans mit einer Treibhausgasbilanzierung, die Beantragung von Fördermitteln für konkrete Projekte, die Erstellung von Klimaberichten, der Kommunenübergreifende Austausch und die Zusammenarbeit im Klimaschutz und der Klimaanpassung, die Umsetzung konkreter Maßnahmen und Projekte, die Öffentlichkeitsarbeit, die Entwicklung von Anpassungsstrategien (z.B. Entsiegelungen) und die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit (Stadtentwicklung Bauleitplanung, Baugesuche, Hoch- und Tiefbau, Tiefbau, Grünflächen, Beschaffung, etc.).

Wo steht Groß-Gerau in Sachen Klimamanagement aktuell?

Priska Kramer: In der Kreisstadt wurden bereits einige Projekte angestoßen und durchgeführt. So nimmt Groß-Gerau zum Beispiel seit 2017 am Stadtradeln teil, führt Entsiegelungsmaßnahmen und Sanierungen an öffentlichen Gebäuden durch. In den Bereichen Industrie, Verkehr und den privaten Haushalten zeigen sich noch viele Möglichkeiten für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes und Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Ich denke da gerade an die Sanierung von Häusern, Dach- und Fassadenbegrünung, Ausbau von erneuerbaren Energien und Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Fahrrades bei zum Beispiel kurzen Strecken oder einfach der offene Dialog zu bewusstem Konsum.

Wo wollen Sie Akzente, wo Schwerpunkte setzen?

Priska Kramer: Ziel meiner Arbeit ist es, das Bewusstsein aller Beteiligten für den stattfindenden Klimawandel und den Klimaschutz zu erweitern, um Verständnis und Mitarbeit für die gesetzten Ziele der Senkung der CO2-Emissionen und notwendigen Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erreichen. Deswegen möchte ich die Bürgerinnen und Bürger über den Klimaschutz und die Klimaanpassung informieren und Möglichkeiten aufzeigen, wie sie sich am Klimaschutz beziehungsweise an der Klimaanpassung beteiligen können: Verständnis schaffen, Bedenken nehmen und gemeinsam aktiv eine Zukunft gestalten.

In Zeiten angespannter Kassen, sowohl der kommunalen als auch der der Menschen, die gerade von astronomischen Energiepreisen getroffen werden: Wie wollen Sie die Bürger mitnehmen und für die vielfältigen Aspekte des Klimaschutzes sensibilisieren?

Priska Kramer: Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger in Groß-Gerau für den Klimaschutz und die Klimaanpassung über Artikel, Informationen auf der Webseite oder Kampagnen sensibilisieren, begeistern und mitnehmen. Denn für einen erfolgreichen Klimaschutz und Klimaanpassung kann jeder Bürger einen wichtigen Beitrag leisten, zum Beispiel durch richtiges Lüften, das Abschalten der momentan nicht verwendeten Elektrogeräte, den Einkauf nachhaltiger regionaler Produkte, durch konsequentes Recycling und Mülltrennung, die Bepflanzung des Vorgartens oder Gartens oder die Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs oder des Fahrrades.

Kreisstadt Groß-Gerau: Klimamanagement

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