Ein Videomagazin für die Kreisstadt

Von Ulf Krone.

2025 ist die Online-Video-Reihe „GG Inside“ zum ersten Mal auf Sendung gegangen. In 15-minütigen Beiträgen lässt Moderator Axel Schiel aus Ginsheim-Gustavsburg dabei Menschen aus Groß-Gerau zu Wort kommen und setzt kreisstädtische Themen auf diese Weise unterhaltsam und informativ in Szene. Wie es zu dem Projekt gekommen ist, was das Format von anderen unterscheidet und wie die Reaktionen sind, hat WIR-Redakteur Ulf Krone bei Axel Schiel, der eigentlich Jongleur ist, nachgefragt.

Seit April vergangenen Jahres produzieren Sie mit ihrem Team vom Showpaket „GG Inside – Die Sendung über Groß-Gerau“, monatliche Video-Reportagen und Interviews aus der Kreisstadt, die über ihre Homepage sowie auf Facebook, Instagram, YouTube und die WIR-Magazin-Seite abrufbar sind. Was erwartet den Zuschauer da genau?

Axel Schiel: Die Sendung ist ein TV-Magazin. In einer Viertelstunde setzen wir vier bis fünf Themen aus der Kreisstadt Groß-Gerau in Szene. Die Inhaber alteingesessener Geschäfte kommen genauso zu Wort wie Vereinsaktive, Verwaltungsmitarbeiter, Newcomer in der Groß-Gerauer Geschäftswelt – oder auch mal der Bürgermeister. Zudem ist die Sendung ein Mix aus Reportagen, für die wir unsere TV-Gäste vor Ort in ihrem Geschäft, auf der Straße oder wo auch immer besuchen. Zum anderen laden wir Talkgäste in unser Studio ein. Die Vielfalt der Themen und Darstellung ist ein wesentlicher Teil des Konzeptes, denn nicht jedes Thema interessiert jeden Zuschauer. vielleicht verständlicher: Ähnlich wie bei einer Varietérevue wechseln sich auf der GG INSIDE-Bühne alle drei bis vier Minuten verschiedene Inhalte und Darsteller ab. Damit verfolgt die Sendung die Vision, ein möglichst breites Publikum zu erreichen und jene Zuschauer, die wegen eines einzelnen Beitrags einschalten, auch für weitere Happenings und Aktivitäten in der Kreisstadt zu begeistern.

Wie kam es zu dem Projekt?

Axel Schiel: GG INSIDE ist die kleine Schwester des TV-Formats „GiGu to go“, dass ich in Ginsheim-Gustavsburg produziere. Durch die Nacht der Sinne (mein Team durfte in den letzten Jahren beim Rahmenprogramm mit artistischen Highlights mitwirken) lernte ich Groß-Gerau lieben und stand auch unabhängig von der Veranstaltung mit Mitarbeitern der Verwaltung in gutem Austausch. Conny Benz (früher Pressesprecherin der Stadtverwaltung) fiel mein Projekt „GiGu to go Adventskalender“ auf, bei dem vom 1. bis 24. Dezember Unternehmen aus meiner Heimatstadt Ginsheim-Gustavsburg täglich Preise in einem Videotürchen auf Social Media verlosen. Die Idee des „Groß-Gerauer Adventskalenders“ war geboren – und es gibt ihn bis heute. Dadurch wuchs meine Verbundenheit zu den Groß-Gerauer Unternehmen – und zur Wirtschaftsförderung der Kreisstadt. Gemeinsam mit Sebastian Hauf, dem früheren Wirtschaftsförderer, entstand die Idee für GG INSIDE. Sebastian organisierte die Interviewpartner für die ersten vier Episoden, und Showpaket (Beatrice, Lena, Vera und ich) erstellte das Design der Sendung mit Layouts der Beiträge, Internetauftritt und einem orangefarbenem Windschutz auf dem Mikrofon.

Inwiefern kommt Ihnen bei der Suche nach Themen Ihre Erfahrung als Moderator auf den Bühnen der Region zugute?

Axel Schiel: Was jetzt kommt, klingt ein bisschen wie die Antwort von Schlagerstars, die in Interviews berichten, dass sie eigentlich Rock-Musiker sind: Ich bin Jongleur, und meine Moderationskarriere begann in internationalen Varietétheatern. Mit journalistischer Moderation hat dies wenig zu tun. Daher mache ich bei GG INSIDE das, was ich am besten kann: Ich spiele mich selbst und suche nach dem, was mich interessiert. Auch Interviewfragen stelle ich aus reinem, persönlichem Interesse und nicht aus journalistischem Kalkül. Dabei hoffe ich, dass die Zuschauer die Antworten genauso spannend finden, wie ich. 

Mein Weg als Jongleur führte mich aber auch auf sogenannte „Offene Bühnen“. Das sind Shows, bei denen Künstler alles ausprobieren dürfen, was sie möchten. Bis heute engagiere ich mich in einem Verein, der Newcomern aus dem Bereich Akrobatik, Zauberkunst, Musik und Jonglage eine solche Bühne bietet. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig ein professionelles Umfeld ist. Es ist entscheidend für die Weiterentwicklung von Bühnenkünstlern, ob sie perfekt ausgeleuchtet, mit hochwertigen Mikrofonen in einem Theater mit voll besetzten Sitzreihen auftreten oder in Mehrzweckhallen auf einer schlecht ausgeleuchteten Bühne vor leeren Reihen spielen. Showpaket hat den Anspruch, mit GG INSIDE einen hochwertigen Rahmen für das wertvolle Engagement der Menschen von Groß-Gerau zu bieten – mit allem, was notwendig ist, um Happening und Themen ins richtige Licht zu rücken.

Ähnlich wie beim WIR-Magazin lassen Sie bei GG Inside vor allem die Menschen selbst zu Wort kommen, unkommentiert. War das von Anfang an das Konzept für die Sendung?

Axel Schiel: Ja – und genau das ist bei den Reportagen die große Herausforderung. Wer sich GG INSIDE anschaut, stellt fest, dass jeder Protagonist in seiner Location seine eigene Geschichte erzählt. Es gibt keine Stimme aus dem Off, die die Beiträge journalistisch einordnet. Dies macht die Beiträge authentisch, sorgt aber auch dafür, dass wir bei den Dreharbeiten die ein oder andere Frage mehr stellen müssen. So haben wir ausreichend Material, um dem TV-Beitrag im Schnitt die dramaturgische Schleife zu verleihen, die er braucht, um die Zuschauer mit auf die Reise durch beispielsweise das Dornheimer Nähcafé, die Bäckerei Darmstädter oder Feinkost Salamon zu nehmen. An dieser Stelle danke an alle Interviewpartner, die sich unseren Fragen gestellt haben.

Das erste halbe Jahr ist vorüber. Wie sehen die Rückmeldungen aus, wie kommt das Format bei den Menschen an?

Axel Schiel: Die Rückmeldung von Carmen Friedel (sie leitet das Näh-Café in Dornheim über das wir in der November-Folge Bericht haben) hat mich besonders berührt. Sie rief an, bedankte sich für den Beitrag und sagte: „Wenn du mal etwas Genähtes brauchst, komm einfach vorbei.“ Diese positive gegenseitige Wertschätzung empfinde ich als großes Kompliment. Aktuell – nach sieben Folgen – hat sich die Situation eingestellt, dass unser Redaktionsplan gut gefüllt ist und wir keine Beiträge akquirieren müssen. Die Groß-Gerauer senden uns Themenwünsche und Unternehmen, Vereine und Initiativen treten mit uns in Kontakt. 

Danke an Euch, das WIR–Magazin, für die freundschaftliche Kooperation, danke an Indra Lämmermann von der Stadtverwaltung für guten Support in turbulenten Zeiten und danke an Thorsten Eisenhofer, den neuen Wirtschaftsförderer der Kreisstadt für seine perfekte Social Media Beratung und die wertschätzende Zusammenarbeit.

Groß-Gerau auf Sendung

Von Michael Schleidt.

Von der Bäckerei zur Bühne: Axel Schiel porträtiert mit dem neuen Online-Format „GG-Inside“ Menschen, Orte und Ideen aus Groß-Gerau.

Mit seinem neuen Videoformat „GG-Inside“ bringt Moderator und Produzent Axel Schiel (Axel S.) monatlich filmisch aufbereitete Reportagen und Interviews, die unterhaltsam und informativ Einblicke in das vielfältige Leben in Groß-Gerau geben. Zu sehen sind die Beiträge unter anderem auch über die Website des WIR-Magazins.

Der Auftakt erfolgte mit einer Reportage vom Gewerbefrühling Ende April. Seitdem ist viel passiert: Ob die traditionsreiche Bäckerei Darmstädter, der engagierte Tanzverein Stage Factory e.V., der Sportverein Blau-Gelb Groß-Gerau e.V. oder das Lichtspielhaus, das als Herzstück der Groß-Gerauer Kinokultur gilt – „GG-Inside“ bringt sie alle vor die Kamera. Auch kulturelle Highlights wie das Festival „Volk im Schloss“ oder das Kulturcafé fanden bereits ihren Platz. Unterstützt wird er dabei von den Kamerafrauen Vera Ruzhentcova, Beatrice Bauer und Lena Finkenauer, die mit sicherem Blick für Details jede Folge gekonnt in Szene setzen.

Für Axel Schiel ist „GG-Inside“ weit mehr als ein Medienprojekt. Der Showpaket-Gründer, der 2023 gemeinsam mit Andrea Engler mit dem Kulturpreis des Kreises Groß-Gerau ausgezeichnet wurde, lebt und liebt kreative Formate. Ob bei Events, Shows oder inklusiven Projekten – der leidenschaftliche Fahrradfahrer und Jongleur verbindet Entertainment mit gesellschaftlichem Engagement.

„GG-Inside“ zeigt: Groß-Gerau hat viele Gesichter. Und Axel S. gelingt es, diese sichtbar zu machen – ein Beitrag nach dem anderen, sympathisch, kurzweilig und mit einem klaren Fokus auf das, was unsere Region besonders macht.

Start beim „Gewerbefrühling“: Axel Schiel (r.) mit Kreisstadtbürgermeister Jörg Rüddenklau bei der Eröffnung im April.

GG-Inside Online

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