Mehr als nur ein Verein

Von Ulf Krone.
Mit Suthan Rajanayagam hat ein echtes VfR-Urgestein die Verantwortung an der Spitze des kreisstädtischen Fußballvereins übernommen. Erst als aktiver Spieler, später dann als Trainer und seit einigen Jahren im Vorstand hat er den VfR über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt. Wie diese intensive Bindung zum Verein gewachsen ist, wo dieser heute steht und wo die Entwicklung hingehen soll, hat WIR-Redakteur Ulf Krone bei Suthan Rajanayagam nachgefragt.
Sie haben 2025 beim VfR Groß-Gerau den langjährigen Vorsitzenden Gerhard Schmidt beerbt. Erzählen Sie unseren Lesern bitte einmal, wie Sie zum Fußball und zum VfR gekommen sind!
Suthan Rajanayagam: Ich kam 1986 im Alter von zehn Jahren aus Sri Lanka nach Deutschland. Damals lebte ich mit meiner Familie in einer Flüchtlingsunterkunft in der Darmstädter Straße 74. Sport habe ich schon immer geliebt egal ob Tennis, Basketball oder andere Sportarten. Fußball jedoch hatte für mich von Anfang an eine ganz besondere Bedeutung.
Aus Langeweile und weil ich mitbekommen hatte, dass es in meiner Nähe einen Fußballverein gibt, bin ich einfach Mal zum Training des VfR Groß-Gerau gegangen. Obwohl ich die deutsche Sprache kaum beherrschte, wurde ich sofort herzlich aufgenommen und fühlte mich von Beginn an dazugehörig. Ich war angekommen, und seitdem bin ich geblieben.
Was bedeutet der Verein für Sie?
Suthan Rajanayagam: Familie, Leidenschaft sowie Rückhalt und Zusammenhalt. Der Verein hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Ich habe als E-Jugend-Spieler angefangen und später als Bambini-Trainer gearbeitet. Diese Mannschaft durfte ich bis hin zur 1. Herrenmannschaft als Trainer begleiten. Diese Zeit war nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie, meine Frau und meine Kinder, eine der schönsten unseres Lebens. Denn die Mannschaft war nicht einfach nur eine Mannschaft, sie war unsere Familie.

Die Wurzeln des VfR reichen bis vor den 1. Weltkrieg ins Jahr 1916 zurück. Wo steht der Verein heute, 110 Jahre später?
Suthan Rajanayagam: Aktuell spielen wir in der Verbandsliga und belegen dort den 9. Tabellenplatz. Natürlich ist es wie bei jedem Verein unser Traum und Ziel, sportlich noch weiter aufzusteigen.
Unser Verein besteht aus allen Jugendmannschaften von Bambini bis zu den alten Herren. Ganz stolz sind wir auch auf unsere Damenmannschaft. Uns ist es wichtig, junge Menschen nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zu fördern. Durch eine qualifizierte Ausbildung im Fußball wollen wir Werte wie Respekt, Zusammenhalt und Offenheit in einer multikulturellen Gemeinschaft vermitteln. Deshalb sind bei uns im Jugendbereich alle Altersklassen mit einer oder mehreren Mannschaften vertreten. Gerade in den Jahrgängen von der D- bis zur A-Jugend legen wir großen Wert auf eine gezielte Mannschaftszusammenstellung und eine Betreuung durch gut ausgebildete Trainer. Dort stehen Teamgeist, Spaß am Spiel und sportlicher Ehrgeiz im Mittelpunkt.
Was sind Ihre Pläne im neuen Amt? Wo sehen Sie den VfR in zehn Jahren?
Suthan Rajanayagam: In zehn Jahren sehe ich den VfR Groß-Gerau als einen vielfältigen Verein, geprägt von Spaß, Erfolg und Leidenschaft. Vor allem die Kinder- und Jugendarbeit liegt mir sehr am Herzen. Werte wie Ehrgeiz, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen müssen früh gefördert werden. Dabei möchten wir sowohl die Kinder als auch die Eltern unterstützen, denn sie sind unsere Zukunft.
Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit der Firma BTW einen Charity Cup organisiert und die Erlöse an das Kinderhospiz Bärenherz gespendet. Auch in diesem Jahr planen wir, diese Aktion erneut durchzuführen.
Und im neuen Jahr? Worauf kann man sich beim VfR 2026 freuen?
Suthan Rajanayagam: Wie bereits erwähnt, steht auch 2026 wieder der Charity Cup auf dem Programm, welcher im Juni stattfinden wird, dazu sind auch Sie herzlich eingeladen. Zudem feiert der VfR Groß-Gerau seinen 110-jährigen Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums sind weitere schöne Veranstaltungen für Groß und Klein geplant, die sich derzeit noch in der Vorbereitung befinden.





