Was hält Kopf und Körper fit?

Von Michael Schleidt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Juli neue Empfehlungen zur Demenzvorsorge veröffentlicht. Darin wird deutlich: Auch wenn sich nicht jede Demenz verhindern lässt, kann doch jeder etwas für die Gesundheit seines Gehirns tun.  Corinna Koban vom Fachdienst Sozialplanung der Kreisverwaltung und die Netzwerk-Koordinatorinnen Britta Henrich und Stefanie Drozdzynski erklären, worauf es ankommt.

Welche vorbeugenden Maßnahmen helfen? Wie können wir uns motivieren, uns gesünder zu verhalten? Wie wichtig sind andere Menschen für unsere Gesundheit und unser Gehirn? Antworten auf diese Fragen gibt die Veranstaltung „Älter – klüger – stärker“ – Wie wir gesund älter werden und einer Demenz vorbeugen. Das Netzwerk Demenz und der Fachdienst Sozialplanung des Kreises Groß-Gerau laden Bürgerinnen und Bürger ein, sich am Freitag, den 13. November von 14 bis 17 Uhr zu informieren, Angebote auszuprobieren und mitzumachen. 

Viele Menschen denken bei Demenz: „Da kann man sowieso nichts machen.“ Stimmt das?

Britta Henrich: Nein, ganz so ist es nicht. Klar, Alter und bestimmte genetische Faktoren lassen sich nicht beeinflussen. Gleichzeitig wissen wir heute viel mehr darüber, welche Faktoren das Risiko für die Entstehung einer Demenz beeinflussen können. 

Welche Faktoren spielen eine Rolle – und bedeutet das, dass man sich bereits als junger Mensch mit dem Thema beschäftigen sollte?

Britta Henrich: Die WHO-Empfehlungen zeigen: Ein hoher Anteil des Demenzrisikos hängt mit wenigen Faktoren zusammen, die wir mit unserer Alltagsgestaltung gut beeinflussen können. Bewegung, gesunde Ernährung und die Behandlung von Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck und Diabetes sind dabei wesentlich.  Schlafprobleme, Stress, Rauchen und Alkohol belasten nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unser Gehirn. Das wird schon im mittleren Alter wichtig. Freizeitaktivitäten mit anderen – das steigert unser Wohlbefinden und hilft auch geistig fit zu bleiben. Demenzvorsorge beginnt entsprechend nicht erst im Rentenalter. Allerdings ist der Nutzen in jedem Alter vorhanden. Es geht nicht darum, das eigene Leben komplett umzustellen, sondern kleine Dinge im Alltag zu verändern. 

Im November ist eine Veranstaltung geplant. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Corinna Koban: Sie können sich auf informative Vorträge freuen: was wirkt vorbeugend, wie beeinflusst unsere Alltagsgestaltung unseren Körper und wie können wir uns motivieren, unseren Alltag gesünder zu gestalten. Der innere Schweinehund, der lieber gemütlich im Sessel sitzen bleiben möchte, ist ja allen bekannt und in den Wintermonaten besonders hartnäckig. Wir wissen meist selbst, welcher Lebensstil gesund ist, doch die Umsetzung ist eine Herausforderung. Der Vortrag „Was treibt mich an? Motivation für meine Gesundheit“ beschäftigt sich mit diesem Thema.  Uns ist wichtig, an diesem Tag auch Gelegenheit zum Mitmachen und Ausprobieren zu geben.  Daher gibt es auch Alltags-Fitness-Tests und Hörscreenings. Für Fragen haben die zahlreichen Menschen an den Informationsständen ein offenes Ohr. Außerdem können Sie Kaffee und Kuchen genießen.

Wer steckt eigentlich hinter dem „Netzwerk Demenz“?

Stefanie Drozdzynski: Das Netzwerk Demenz wurde vor 20 Jahren auf Initiative der Alzheimer- und Demenzkranken Gesellschaft Rüsselsheim e.V. und der Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt gegründet. Es ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Organisationen. Die Netzwerkkoordination mit den Beratungsstellen in Rüsselsheim und Riedstadt wird seither durch den Kreis Groß-Gerau finanziert. Das Netzwerk informiert über Demenz, unterstützt Angehörige und trägt dazu bei, Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen weiter zu entwickeln. Mit der Veranstaltung möchten wir zeigen: Für die Gesundheit unseres Gehirns können wir in jedem Lebensalter etwas tun!

Veranstaltung: „Älter – klüger – stärker: Wie wir gesund älter werden und einer Demenz vorbeugen“ – kostenfreie Veranstaltung des Netzwerks Demenz und des Kreises Groß-Gerau mit Vorträgen, Infoangeboten und Mitmachaktionen im Landratsamt Groß-Gerau.

Anmeldung bis zum 5. November online unter www.kreisgg.de/gesund-altern oder telefonisch unter 06152-989-313

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