Für den kleinen Lacher 

Von Ulf Krone.

Texten ist für den Journalisten Claus Höfling beruflicher Alltag. Doch das Texten für große TV-Sender wie SAT 1 und ZDF reicht der Kreativkraft nicht, weshalb er auch neben dem Beruf an Reimen drechselt und Texte schleift, bis die Pointe sitzt. Eine Sammlung seiner äußerst vielseitigen Texte hat er jetzt unter dem Titel „Literatur Snack: Würzige Worte für den Lesehunger zwischendurch“ in Buchform veröffentlicht. Was es damit auf sich hat, hat der Wort-Akrobat im Interview verraten.

Sie haben gerade Ihr erstes Buch veröffentlicht. Stellen Sie sich unseren Lesern bitte einmal kurz vor! Wie kamen Sie zum Schreiben?

Claus Höfling: Sicher nicht wegen guten Noten in Deutsch (lacht), aber zumindest finden sich in den Grundschulzeugnissen Spuren von Lob für Kreativität. Meine ersten Schritte hin zum Schreiben waren die Schülerzeitung und die Abiturzeitung in meiner Heimatstadt Aschaffenburg. Ich schrieb da schon einen, sagen wir, kruden Mix. Artikel, Musikkritiken, Gedichte. Aus der Zeit hat es beispielsweise meine Hommage an mein Idol Heinz Erhardt ins Buch geschafft. Diese Kombination aus Inhalt erstellen, Veröffentlichung und Feedback bekommen hat damals auch meinen Berufswunsch entstehen lassen: Journalist sein. Das habe ich dann sofort umgesetzt bei lokalen Zeitungen und Magazinen sowie einem Regionalfernsehsender, schon während meines Studiums der Sportwissenschaft ab 1992 in Frankfurt.

Beruflich sind Sie als Texter unter anderem für das Fernsehen tätig. Wie kam es jetzt zu Ihrem ersten Buch?

Claus Höfling: Weil ich ursprünglich vom Printjournalismus kam, hat mich die TV-Karriere als Sportreporter und TV-Redakteur „textlich“ nicht ganz ausgefüllt. Denn mit den Schritten von lokaler TV-Moderation über landesweite Nachrichten um 17:30 live bei Sat.1 für Hessen, wegen der ich in den Kreis Groß-Gerau zog, bis zu bundesweiten TV-Formaten wurden die Textanteile am Berufsleben weniger. Erst recht, als es dann vom „Reporter auf der Straße“ zur Redaktionsleitung am Schreibtisch überging. Selbst Text schreiben und sprechen kann ich neuerdings zumindest bei meinen ZDF-Streaming-Berichten über die Fußball-Bundesliga. Aber zu wenig. Deshalb habe ich mein ganzes Leben lang immer noch parallel geschrieben. Zum Beispiel auch für Stand-Up-Auftritte und Abendmoderationen in Urlaubsclubs auf Ibiza und Fuerteventura – oder einfach so abends bei einem Glas Rotwein. Auch damit die Redaktionskollegen nicht zu sehr unter meinen Wortspielen leiden müssen: die Kreativität muss immer entlüftet werden. Das passiert seit zwei Jahren auch auf der Poetry-Slam-Bühne im Kreis Groß-Gerau und Darmstadt. Und einige der über die Jahre gesammelten Werke bilden jetzt eben ein Buch.

Worum geht es, was erwartet die Leser?

Claus Höfling: Das Buch hat weniger einen inhaltlichen roten Faden, der rote Faden ist die Abwechslung. Die literarischen Genres wechseln sich ab – auf ein Gedicht kann eine Kurzgeschichte oder ein Sketch-Drehbuch folgen. Eine Textsammlung von zumeist humoristischen Gedanken und Wortspielereien, aber auch ernsthaften emotionalen Einschüben. Für Zwischendurch. Vielleicht, um einmal im Zug oder im Wartezimmer beim Arzt nicht auf das Handy, sondern auf Papier zu schauen. Eine analoge Alltagsflucht für Minuten. Wie eine Zwischenmahlzeit für den Kopf. Deswegen habe ich es Literatur Snack genannt. Und der ist sicher am besten genießbar beim Lesen, wenn man selbst Humor hat und nicht alles zu ernst nimmt. Ernstes gibt es gerade satt.

Wie geht es jetzt weiter – mit Lesungen, einem weiteren Buch? Was ist für die Zukunft geplant?

Claus Höfling: Bei Einladungen für Lesungen bin ich offen. Aber da das Buch ein Hobby-Projekt ist, werde ich dahingehend nicht aktiv. Ein zweites Buch soll es aber geben. Denn es war eine neue, schöne, spannende Erfahrung. Schließlich habe ich vom Inhalt bis zum Cover alles selbst ohne Lektorat gemacht. Beim nächsten Buch tendiere ich aber inhaltlich zu einer Abwechslung von der Abwechslungsstrategie. Dann werde ich eher ein durchgehendes Thema bearbeiten, vielleicht etwas zur deutschen TV-Landschaft. Da kenne ich mich, abseits vom Fußball, am besten aus. Aber eher etwas Fiktives. Im aktuellen Buch ist auch einiges Autobiografisches, also echte persönliche Emotionen und Erfahrungen. Und, Stichwort Zukunft, ich habe ein neues Hobby dazubekommen. Weil ich für das Buch auch Songtexte als Textgattung schrieb: Ich mache jetzt mit eigenen Liedtexten plus KI-Musik ganze Songs. Das ist so lustig, und es ist beeindruckend, was da mittlerweile möglich ist. Am meisten Spaß machen fiktive Ballermann-Hits. Noch einfach so für Freunde als Spaß. Spaß und Humor bleiben meine Lebensphilosophien und Antriebsmotoren. Und immer kreativ bleiben. Vielleicht möchte ja die Stadt Groß-Gerau von mir ein lustiges Lied über diese illustre Gegend haben.

Zur Person: Claus Höfling (geb. 1971 in Aschaffenburg) textet erstmals lyrisch in den 80ern für die Schülerzeitung, fachlich in den 90ern für das Diplom zum Sportwissenschaftler und humorig für eigene Stand-Up-Auftritte vor Club-Urlaubern. 1999 zog es ihn aus Unterfranken in den Landkreis Groß-Gerau für seine Arbeit als Nachrichten-Reporter für Sat.1. Beruflich textet Höfling ab den Nuller-Jahren für Beiträge und Moderationen bei u.a. Weck Up (Sat.1) und seit den 10-er Jahren als Sport- und TV-Journalist u.a. für ZDF-Sendungen. HoeflingC@web.de

Claus Höfling, Literatur Snack, Taschenbuch, Amazon, Kindle Ausgabe, 149 Seiten, 10,70 Euro

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