Im Plan und im Budget

Von Ulf Krone.
Es ist Winter, Anfang Februar, und trotz herausforderndem Wetter sind die Arbeiten in vollem Gange. Viereinhalb Jahre nach der Gründung kommen die Verantwortlichen der Hospizstiftung dem Ziel, die Versorgungslücke im Kreis zu schließen, mit großen Schritten näher: Das Hospiz für den Kreis Groß-Gerau nimmt allmählich Gestalt an.
Bei einer Baustellenbegehung mit Projektleiter Raimund Schreckenberger zeigt die fertige Bodenplatte bereits den vollständigen Umriss des Gebäudes, während die tragenden Stahlbetonelemente wie die beiden Fahrstuhlschächte sowie Wände rasch in die Höhe wachsen. Und das, obwohl die Witterung im Januar für Verzögerungen gesorgt hat. Auch die Planänderung, aufgrund des hohen Grundwasserstands auf einen Keller zu verzichten, hatte das Projekt kurzzeitig zurückgeworfen, da die Planung angepasst und verschiedene Genehmigungen neu beantragt werden mussten.
„Aber unsere Partner beim Kreis waren da sehr kooperativ“, berichtet Raimund Schreckenberger. „Alle Behörden haben geholfen und effizient mit uns zusammengearbeitet.“ Was auch daran liegt, dass das Projekt parteiübergreifend breite Zustimmung erfährt. Selten ist man sich in der Politik so einig, denn das Thema des würdevollen Sterbens in einem sicheren, angenehmen Umfeld ist eines, das jeden berührt. Und so gibt es zu vermelden, was zumindest bei größeren Bauvorhaben in Deutschland mittlerweile eine Seltenheit ist. „Wir liegen im Zeitplan. Und wenn das Wetter mitspielt, dann bleiben wir auch im Zeitplan – und im Budget.“
Das ist auch gut so, denn immerhin wurde bislang alles aus Spenden finanziert. Zwar wird der Betrieb später einmal zu einem großen Teil von den Kassen übernommen, doch fünf Prozent müssen auch dann noch durch Spenden finanziert werden. Deshalb gehört inzwischen Sascha Reza mit zum Team, der das Fundraising, sprich: das Generieren von Spenden übernimmt.
Um die Kosten beim Betrieb des Hospiz gering zu halten, wird möglichst wenig Haustechnik verbaut. Darüber hinaus spielt die Gebäudedämmung mithilfe hochdämmender, monolithischer Ziegelsteine aus dem Ziegelwerk in Wöllstein, nur etwa 60 Kilometer entfernt, eine entscheidende Rolle, und geheizt wird mit einer Wärmepumpe. Damit die Umweltbelastung auf ein Mindestmaß begrenzt wird, wurde etwa bei der Bodenplatte Beton mit recyceltem Sand verwendet, und die am Bau beteiligten Firmen kommen, soweit möglich, aus der Region. So werden weite Anfahrts- und Lieferwege vermieden, was nicht bloß gut für die Umwelt, sondern auch für den Zeitplan ist. Der sieht übrigens eine Fertigstellung im April 2027 vor. Aktuell sieht es so aus, als könne dieser Termin tatsächlich gehalten werden. Was das letztendlich für Betroffene und Angehörige bedeutet, ist dabei kaum zu unterschätzen.





