Affenknödel

Von Edelgard Rietz.

Für mich muss es keinen Winter geben. Früh dunkel, spät hell und immer kalt. Ich hasse es zu frieren, lieber esse ich nichts.

Es war zu schön, um auf Dauer wahr zu sein. Immer mehr, höher, schneller. Nur auf eine Gasquelle zu setzen, war ein riesiger Fehler. Natürlich hat das mal wieder niemand verbockt. Der Winter wird ungemütlich auf ganzer Linie. Darauf müssen wir uns vorbereiten. Die Politiker machen uns Angst. Es ist sogar von Aufwärmräumen die Rede. Sparen ist angesagt. Sparen bin ich gewohnt, aber frieren will ich nicht. 

Die Spekulanten der Rohstoffe dieser Welt sind das Unglück. Ihre Macht ist gnadenlos. Wie können wir uns wenigstens ein bisschen schützen? Gut, dass ich mir oft Notizen mache, und eine von vor langer Zeit kommt nun zum Tragen. In einer Fernsehdokumentation ging es um das Sozialverhalten von Tieren. Warmblüter und auch manche Vögel kuscheln eng aneinander, wenn sie frieren.

Es gibt die Affenhitze, das Affentheater, manches ist affengeil, und es gibt den Affenknödel, und der kommt im nächsten Winter zum Einsatz. Suchen sie sich schon einmal ein paar nette Leute, mit denen sie gerne zusammen sind und deren Nähe sie auch ertragen können. Willkürlich Meyer, Müller, Schmitt aussuchen ist nicht so geeignet. Obwohl vielleicht gerade die es gerne hätten. So ungefähr acht Personen bilden einen Klumpen, Knäuel, den Affenknödel eben. Sie kennen sicherlich das alte Spiel. Lange Schlange bilden und dann einrollen, fertig ist der Knödel. Die Jüngsten in die Mitte. Da die ganz außen es nicht so gemütlich haben, der Rücken bleibt ja kühl, wird gewechselt. Alle dürfen mal hin zur Mitte.

Und wenn sie dann im Winter überall in der Stadt die Affenknödel sehen, auf dem Marktplatz, dem Sandböhl und anderen öffentlichen Plätzen, müssen sie sich nicht mehr wundern. Es sind die Affenknödel.

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