Alles Käse

Von Peter Erfurth.

Aus den Unterlagen des Groß-Gerauer Stadtmuseums.

Heimatzeitung vom 5. April 1951: (gekürzt) Durch die Groß-Gerauer Käseindustrie hat der „Mainzer Handkäse“ seinen Weltruf erlangt. Vor mehr als einem Menschenalter waren es die aus dem Gerauer Land zum Mainzer Wochenmarkt kommenden „Käshocke“, die das Interesse auf ihr Erzeugnis hinlenkten. Man fuhr noch zu nachtschlafender Zeit mit dem Schubkarren nach Mainz und „hockte“ auf dem dortigen Markt hinter seinen „duftigen“ Körben, bis auch der letzte Käse verkauft war. Es ist daher nicht mehr als recht und billig, daß die Kreisstadt, in der inzwischen auch noch andere Industrien zur Blüte gelangten, sich ihrer Bedeutung als Ursprungsort des „Mainzer Handkäse“ erinnert und dies auch einmal äußerlich zum Ausdruck bringt.

Bekannt ist bereits, daß beim Volksfest im Rahmen des Frühjahrsmarktes auch ein originelles „Käse-Rennen“ gestartet werden soll. Die hiesigen Käsefabriken haben sich gestern darüber eingehend unterhalten und folgende Regelung vorgesehen: Es werden sowohl Einzel- wie Mannschaftsrennen veranstaltet. Scherzhafterweise wurde auch ein Käse-Wettessen vorgeschlagen, über dessen Durchführungsmöglichkeiten bis jetzt allerdings die Meinungen noch auseinandergehn. Jedenfalls wird dieses lustige „Käse-Rennen“ sehr viel Interessenten auf die Beine bringen und für unsere heimische Industrie eine gute Werbung darstellen.

Heimatzeitung vom 5. Mai 1951: (gekürzt) Als am Samstagnachmittag der Rundfunkwagen der Fa. Gimbel die Gerauer zur Teilnahme am Volksfest einlud, dauerte es nicht lange, bis sich hunderte von Leuten einfanden. Das stärkste Interesse fanden die originellen Rennen, von denen das Käserennen als erstes gestartet wurde. Hier hatten sich die Firmen Hassia- und Kronenkäserei sowie die Käserei Horst einen netten Austragungsmodus ausgedacht, der sehr viel Spaß bei den Kindern hervorrief. Eingeleitet wurden diese Rennen durch eine Firmen-Pendelstaffel, bei der je eine Vierer-Mannschaft um den Sieg rang. Wenn diese Staffel auch mit Rücksicht auf den Hessischen Rundfunk, der eigens mit seinem Wagen von Frankfurt gekommen war, noch einmal wiederholt werden mußte, so war sie doch in allen Phasen spannend und gab zu manchem stillen Schmunzeln Anlaß. Sieger wurde die Hassia-Mannschaft, der man das intensive Training auf den ersten Blick ansah. Die übrigen Einzelrennen-Siege wurden durch ganze, halbe und Viertels-Handkäsekisten belohnt.

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