Fernsehen in Groß-Gerau

Von Peter Erfurth.

Aus den Quellen und Unterlagen des Groß-Gerauer Stadtmuseums. Unser Foto zeigt Peter Erfurth und Jürgen Volkmann bei der Vorstellung ihres Buchs „Groß-Gerau im Wandel“.

Heimatzeitung von 1953: Seit einigen Tagen steht im Stadtcafé Menne ein Fensehgerät, mit dem die allmorgentlichen Versuchssendungen empfangen werden können. Die Neuartigkeit des Fernsehempfangs, der im kommenden Monat vom Hess. Rundfunk regelmäßig durchgeführt werden soll, lockt immer wieder Interessenten an und es ist in der Tat etwas bestechendes für den Zuschauer, plötzlich auf dem Bildschirm Bewegung und Leben zu sehen. Leider werden die Sendeversuche mitunter noch durch Messungen unterbrochen, die den Ablauf eines vollständigen Programms verhindern. Meist sind es Filme älteren Datums, die für die Versuchssendungen benutzt werden. Das Gerät im Cafe Menne wurde von der Firma Radio-Merz aufgestellt.

Heimatzeitung von 1953: Um die in ihrem Gemeinschaftshaus öfters versammelten Siedler mit der Arbeitsweise der neuen Fernseh-Apparate vertraut zu machen, hat sich auf Bitten des Siedlergemeinschafts-Vorstandes das Radio-Haus Merz bereit erklärt, ab morgen Donnerstag bis Sonntagabend Fernseh-Sendungen zu zeigen, die sich hauptsächlich auf die Zeit zwischen 20.00 und 22.00 Uhr konzentrieren.

Heimatzeitung von 1956: Eine „Aktionsgemeinschaft gegen das Fensehen“ wurde kürzlich in Bern gegründet. Sie teilte mit, daß sie das Fernsehen aus weltanschaulichen und seine gegenwärtige Struktur aus staatspolitischen Gründen bekämpfe. Die Aktionsgemeinschaft glaubt, daß die Mehrheit der Schweizer das Fernsehen als überflüssige oder gar bedrohliche Einrichtung betrachten und fordert einen Volksentscheid. Der Vorstand der Aktionsgemeinschaft setzt sich aus Schriftstellern. Pfarrern und Lehrern zusammen.

Peter Erfurth
ist Datenbank-Spezialist des Groß-Gerauer Stadtmuseums;
pedepe@gmx.de

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