Kultur erlebbar machen

Von Ulf Krone.

Im vergangenen November wurde Klaus Meinke Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins Stadtmuseum Hans J. Wieschollek. In einer Phase des Übergangs von der Corona-Pandemie zurück zur Normalität warten auf den neuen Vorsitzenden nun zahlreiche Herausforderungen. Diese sowie die generellen Ziele des Vereins waren Gegenstand eines Interviews, das WIR-Redakteur Ulf Krone mit Klaus Meinke geführt hat.

Herr Meinke, Mitte November wurden Sie zum neuen Vorsitzenden des Fördervereins Stadtmuseum und Kultur Groß-Gerau gewählt, womit Sie die Nachfolge von Hans J. Wieschollek antreten. Erläutern Sie unseren Lesern bitte einmal kurz, welche Ziele der Förderverein verfolgt!

Klaus Meinke: Der Förderverein Stadtmuseum und Kultur gründete sich, als im ehemaligen AOK-Gebäude eine angemessene Unterbringung der umfangreichen Sammlung geschaffen wurde. Mit diesen Exponaten aus dem Sammlerfleiß von Ernst Schneider und anderen wollte der Förderverein eine Professionalisierung und bessere Präsentation in angemessenen Räumen möglich machen. Das Interesse an diesen historischen Schätzen konnte verstärkt geweckt werden. Da setzten die Gründerinnen und Gründer des Vereins an. Die Einrichtung des Museums sollte unterstützt werden, und ein junger Leiter sollte dadurch gestärkt werden. Durch eigene, die Arbeit des Leiters unterstützende oder ergänzende Veranstaltungen im Museum sollte dieses im kulturellen Leben unserer Stadt verankert werden. Bürgerinnen und Bürgern sollte es ein Treffpunkt zum kulturellen Austausch, ein Ort interessanter Diskussionen oder schöner kultureller Erlebnisse werden.

Diese Ziele wurden Schritt für Schritt in den letzten Jahren ideenreich angesteuert, sind auch immer noch aktuell und prägen die Arbeit. Es ist sicher der guten Zusammenarbeit des bisherigen Vorstandes unter der Leitung von Hans Wieschollek mit dem Museumsleiter zu verdanken, dass die Schätze der Vergangenheit vielen Menschen in Groß-Gerau bekannt sind.

Sie waren unter anderem Stadtverordneter, Stadtverordnetenvorsteher, Erster Stadtrat, Ortsbeauftragter des THW und stellvertretender Vorsitzender der „Initiative GG“. Was hat Sie bewogen, sich auch noch im Förderverein Stadtmuseum zu engagieren und nun den Vorsitz zu übernehmen?

Klaus Meinke: Ja, zwar nicht immer alle Ämter gleichzeitig, aber ich habe mich vielfältig ehrenamtlich engagiert und hoffe, die Kraft zu haben, es noch lange weiterhin tun zu können, weil unsere demokratische Gesellschaft von vielfältigem ehrenamtlichen Engagement lebt. Als 2. Vorsitzender der IGG 1973 hatte ich schon viel mit dem Museum zu tun, und Veranstaltungen des Museums und des Fördervereins wurden immer schon von meiner Frau und mir gerne besucht. Einige Highlights sind uns unvergessen. Als langjähriges Mitglied des Vereins und gemeinsam mit meiner Frau, die auch Gründungsmitglied war und schon viele Jahre im Vorstand mitgearbeitet hat, war ich von Anfang an vom Sinn und Zweck des Vereins überzeugt. Daher war es, als ich gefragt wurde, ob ich für die Nachfolge von Hans Wieschollek bereit wäre, für mich eine reizvolle Aufgabe.  Mit dem 2. Vorsitzenden Jürgen Volkmann und dem gesamten Vorstand, der ja ein gut eingespieltes Team ist, freue ich mich auf viele neue Ideen und Aktivitäten. Ich bin mir sicher, erfolgreich im Team den Verein in die Nach-Pandemie Zeit führen zu können. Das Konzept, unser Stadtmuseum mit allen Sinnen erleben zu können, werden wir weiterführen.

Wie sehen Ihre Pläne für den Förderverein aus? Wird es Veränderungen geben?

Klaus Meinke: Dazu haben wir uns im Vorstand schon Gedanken gemacht: Wir wollen Bewährtes erhalten, aber auch Neues gestalten. Unser beliebter Neujahrsempfang soll am 10. Februar um 19 Uhr endlich wieder im Stadtmuseum stattfinden. Traditionsgemäß steht ein interessanter Vortrag im Mittelpunkt. Es ist uns gelungen, den Direktor des Hessischen Landessozialgerichtes, Herrn Dr. H. Müller, dafür zu gewinnen.

Das Museumsfrühstück wird sich zum Museumsbrunch wandeln, aber weiterhin bei leckerem Fingerfood und Getränken interessante Gespräche in musealer Atmosphäre mit zahlreichen Menschen ermöglichen. Erkundungen der Kultur unserer Region mit Besuchen und Besichtigungen wollen wir verstärkt in unser Programm nehmen, aber den jährlichen gemeinsamen Ausflug (natürlich in die Pfalz) wollen wir trotzdem beibehalten.

Ein besonderes Anliegen ist uns, die Attraktivität unseres Stadtmuseums für junge Menschen zu verstärken, und dafür ist uns die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Schulen wichtig. Natürlich wollen wir auch weiterhin den Museumsleiter bei Ausstellungen, Anschaffungen und Veranstaltungen unterstützen.

Haben sich die aktuellen Krisen, allen voran die Corona-Pandemie, auf die Arbeit im Förderverein oder dessen Zielsetzung ausgewirkt?

Klaus Meinke: Ja, die Corona-Pandemie hat auch unseren Verein und seine Aktivitäten hart getroffen und uns neben allen Einschränkungen auch gezeigt, wie fragil unser Zusammenleben und wie wichtig Kultur für unseren sozialen Zusammenhalt ist – wie wichtig kulturelle Güter und Schätze sind – und nicht nur materielle Werte. Die Verwundbarkeit der Kulturszene und deren große Bedeutung werden auch beim Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder deutlich. Deshalb ist uns die Arbeit im Förderverein auch wichtig, und sie bringt den Vorstandsmitgliedern und allen Vereinsmitgliedern und der Stadtgesellschaft Groß-Gerau Freude.

Was macht Ihrer Meinung nach den besonderen Reiz des Stadtmuseums aus?

Klaus Meinke: Das Stadtmuseum hat einen wunderbaren Ausstellungsraum, der für Lesungen, Kammerkonzerte und andere kulturelle Veranstaltungen ebenso gut wie für Ausstellungen geeignet ist. Das Stadtmuseum beherbergt eine umfangreiche Sammlung zur römischen Besiedlung Groß-Geraus, und die Sammlung zur Geschichte und Zeitgeschichte unserer Stadt ist ebenfalls umfangreich. Mit der Altheim-Sammlung haben wir darüber hinaus eine Dokumentation eines aus Groß-Gerau stammenden Künstlers, und diese wird auch weiterhin mit Hilfe des Vereins vervollständigt. Das Gebäude ist ein Beispiel moderner Architektur der fünfziger Jahre und im Ensemble mit dem Stadthaus aus der gleichen Zeit prägend für das Bild dieser Marktplatzseite. Seit dem Umbau der AOK zum Museum ist dieser Ort ein lebendiges kulturelles Zentrum mitten in unserer Stadt. Gut erreichbar, sehr gut genutzt! In unserem Förderverein Stadtmuseum und Kultur setzen wir uns mit Freude und Engagement für eine Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte ein!

Sicherlich wird man sich auch beim Förderverein Stadtmuseum über neue Mitglieder freuen. Was muss man mitbringen, wenn man sich im Verein engagieren möchte, und wie wird man Mitglied?

Klaus Meinke: Natürlich freuen wir uns über jedes neue Mitglied! Beitrittsformulare sind ganz einfach im Museum während der Öffnungszeiten zu bekommen oder nach Veranstaltungen des Vereins von einem Vorstandsmitglied. Im Internet gibt es sie ganz problemlos auf der Homepage des Vereins und ebenso per E-Mail bei mir: Klaus.Meinke@
t-online.de.

Offenheit für Diskussionen, Interesse an Geschichte, Kunst, Musik und ganz allgemein Kultur ist das, was die Mitglieder unseres Vereins zusammenbringt. Wer Zeit und Lust zum Austausch darüber mit Anderen hat, der ist in unserem Verein willkommen und wird sich schnell wohlfühlen.

Klaus Meinke
ist Vorsitzender des Förderverein Stadtmuseum Groß-Gerau e.V.

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