Solidargemeinschaft Generationenhilfe

Von Edelgard Rietz.

Eine Gemeinschaft, in der die Mitglieder bei Lebenskrisen wie Krankheit und andere Nöte füreinander einstehen.

Seit vielen Jahren bin ich Mitglied dieser Gemeinschaft hier in der Kreisstadt bei der Generationenhilfe. Mehr als zwei Jahre habe ich wöchentlich einen alten Herrn im Heim an der Fasanerie besucht. Ich bin mit ihm in der Fasanerie spazieren gegangen, oder wenn das Wetter schlecht war, habe ich mich einfach mit ihm unterhalten, ihm zugehört. Dann ist er gestorben, und mein neuer Auftrag war der Besuch bei einer Frau, die noch selbständig in ihrer Wohnung leben konnte, aber zum Einkaufen Hilfe brauchte, oder um ein Rezept vom Arzt zu holen usw. Ich war Begleitperson in die Klinik nach Hanau, habe andere zum Doktor gefahren.

Das erzähle ich, weil es nur wenig Aufwand ist, Hilfe zu leisten. Wir alle haben auch noch ein anderes Leben. Deshalb ist es wichtig, dass wir viele Helfer/innen sind. Es gibt Lesepaten in der Schule, Helferinnen in der Cafeteria im Heim an der Fasanerie, und demnächst gibt es eine Handarbeits-AG an einer Groß-Gerauer Schule. Darauf freue ich mich sehr.

Sie sehen, die Aufgaben sind sehr vielfältig, und wenn man mit einer Person nicht klarkommt, darf man auch nein sagen. Ich sollte mal mit einem Herrn Schach spielen. Nun bin ich da völlig ungeübt, der Herr ebenso, und er konnte nicht verlieren. Er hat mit dem Unterarm die Steine vom Brett gefegt. Von diesem Herrn habe ich mich verabschiedet, auch weil er mir am Ende Beschimpfungen hinterhergerufen hat. Das gibt es eben auch. Unser Büro ist zu bestimmten Zeiten besetzt. Da können Hilfesuchende anrufen.

Nun haben wir als Verein ein Problem. Die Menschen werden Mitglied, wenn sie schon Hilfe brauchen. Der Kreis der Helfenden wird immer kleiner. Auf Dauer geht das natürlich nicht. Wenn Sie Mitglied werden für zwölf Euro im Jahr, können Sie für jede Hilfeleistung Punkte sammeln, und diese Punkte können Sie für sich in Anspruch nehmen. Alles ist ehrenamtlich. Putzen und Körperpflege gehört nicht zu unseren Aufgaben. Es ist schon hilfreich, wenn Sie in der Woche oder auch im Monat ein Mal Zeit haben. Der Aufwand übersteigt fast nie mehr als zwei Stunden.

Auch ein alleinstehender junger Mensch wird mal krank und ist dann froh, wenn jemand für ihn einkaufen geht. Unser ganzes soziales Gefüge würde zusammenbrechen, wenn es keine Solidarität gäbe. Seit Urzeiten ist das in den Familien üblich. Aber es gibt immer mehr Alleinstehende, und die brauchen auch einmal unsere Hilfe.

Ich kenne so viele wunderbare Menschen in Groß-Gerau, und da gibt es bestimmt Frauen und Männer, die bereit sind, sich uns anzuschließen. Wir schieben auch eine Doppelschicht im Büro, um den Andrang zu bewältigen. Versprochen!

Edelgard Rietz
ist Malerin mit Wohnsitz in Groß-Gerau;
generationenhilfe-gg@web.de

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