Worüber die Leute reden (301)

In der Baulücke entsteht 2021 ein neues Haus Raiß

Mit einem Defizit von fast 11 Millionen Euro kalkuliert die Kreisstadt im neuen Jahr. Das geht aus dem Haushalt für 2021 hervor, den das Stadtparlament im Dezember mehrheitlich beschlossen hat. Und das nicht ohne massive Kritik. Die SPD etwa bezeichnet das Zahlenwerk als „profillos“. Die CDU lobt indes, dass Groß-Gerau konservativ wirtschafte. Was auf die Stadt, die zum Beispiel in den Neubau der Seniorentagesstätte Haus Raiß investiert, und die umliegenden Kommunen finanziell noch zukommt, hat Bürgermeister Erhard Walther (CDU) bereits angedeutet – empfindlich höhere Kreisumlagen.

Am Sitz der Kreis-VHS ist es ruhig geworden

Umstellen müssen wir uns alle, doch für die Volkshochschule des Kreises Groß-Gerau scheint die Corona-Krise eine besonders große Herausforderung zu werden. Die Zahl der Seminare und Kurse, zu denen sich die Menschen in kleineren Räumen treffen können, tendiert wegen der Abstands- und Hygieneregeln gen Null. Die Teilnehmerzahlen sind massiv eingebrochen, hieß es unlängst. Was bleibt sei eine „digitale Transformation“, soll heißen: mehr Online-Kurse. Die Aussicht auf ein „uneingeschränktes Angebot“ im Frühjahr klingt zurzeit noch etwas blauäugig.

Corona-Tests gibt es am Landratsamt

Es hat sich wohl rumgesprochen, dass beim Impfen gegen den Corona-Erreger alles schön der Reihe nach zu laufen hat: zuerst die Risikogruppen. Etwas in den Hintergrund gerückt ist bei der Diskussion über hoffentlich wirksame Vakzine die mögliche Notwendigkeit, sich auf eine Infektion testen zu lassen. Der Kreis Groß-Gerau hat schon vor Jahreswechsel sein „All-in-One“-Testcenter am Landratsamt in Betrieb genommen. „Trotz Impfungen werden wir weiter testen müssen“, sagt beispielsweise Eckhard Starke von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. „Doch wie bekomme ich einen Termin?“, fragen sich die Leute. Das entscheiden niedergelassene Ärzte, das Gesundheitsamt oder ein Anruf bei der bundesweiten Nummer 116117.

Waldschäden nehmen zu, nicht nur durch Stürme

Alarmierende ­Nachrichten treten in der Corona-Zeit bisweilen in den Hintergrund, zum Beispiel die Waldschadensbilanz. Während in Nauheim die verheerenden Folgen eines Windwurfs sichtbar bleiben, hat Klaus Velbecker, Leiter des zuständigen Forstamts Groß-Gerau, eine erschreckende Zwischenbilanz verkündet: „Gesunde Bäume gibt es hier fast nicht mehr“. Ein Drittel sei bereits abgestorben oder irreparabel beschädigt. Vor allem Buchen werden nun vorsichtshalber gefällt, weil sie im Gegensatz zu Kiefern und Eichen weniger standfest sind. Auf was müssen sich nachfolgende Generationen noch alles einstellen?

Die Reaktion mehrerer Bürgermeister aus dem Kreis Groß-Gerau auf steigende Kreis- und Schulumlagen, wie sie der Groß-Gerauer Verwaltungschef Erhard Walther mahnend erwähnt, ließ nicht lange auf sich warten. Neun Amtschefs beklagen sich in einer gemeinsamen Erklärung massiv über die steigenden Zahlungen, die der Landkreis von seinen Kommunen fordert. Ohne parteipolitischen Hintergrund warnen die Gemeinde- und Stadtoberhäupter davor, die Kommunen könnten ausbluten und ihren Gestaltungsspielraum verlieren. Kommunale Steuern wie Grund- und Gewerbesteuer reichten „nicht einmal mehr ansatzweise aus, um die finanziellen Erwartungen des Kreises zu befriedigen“, heißt es. Allein Nauheim solle 600.000 Euro mehr an den Kreis zahlen, rechnet Bürgermeister Jan Fischer vor.

Wörüber die Leute reden – zusammengestellt und kommentiert von Rainer Beutel;
rainer.beutel@wir-in-gg.de

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