Worüber die Leute reden (333)

Von Rainer Beutel.

Von den Ausmaßen einer umfassenden Straßensanierung können die Groß-Gerauer ein Lied singen. Ähnliches kommt auf die Rüsselsheimer und vor allem Königstädter zu – hoffentlich nicht auch mit einem Baustopp wie in der Kreisstadt. Die Landesstraße 3040 samt Kreuzung an der Ortseinfahrt zum Stadtteil (Foto) steht nun auf der Maßnahmenliste von Hessen Mobil weit oben. Baubeginn: Oktober 2023. Ursprünglich hätte es im Frühjahr losgehen sollen. Abstimmungsprobleme führten zu Verzögerungen. Unter anderem sind barrierefreie Bushaltestellen und neue Radwege geplant. Mit Umleitungen und einem provisorischen Kreisverkehr wird zu rechnen sein. Das alles soll, Stand jetzt, bis 2025 dauern.

Das Wahrzeichen der Kreisstadt, der Wasserturm, konnte Anfang September noch einmal besichtigt werden, nun ist er geschlossen. Wegen Probleme mit der Statik, zu dünnen Zwischendecken und Anforderungen des Brandschutzes steht eine Sanierung an. Die Stahlbetonstützen sind zwar ausreichend dimensioniert, so dass das 94 Jahre alte Gebäude als standfest gilt. Doch die Decken verfügen nicht mehr über die nötige Tragkraft. Der unter Denkmalschutz stehende Turm soll erhalten werden, auch wenn er seiner ursprünglichen Funktion schon lang nicht mehr dient. Wie und wer die Sanierung finanziert, wird noch vom Wasserwerk und den beteiligten Kommunen geklärt.

Apropos Wasser – die Trinkwasserqualität in Groß-Gerau gilt als gut. Das hat kürzlich das Gesundheitsamt noch einmal bestätigt, nachdem in einigen hessischen Kommunen wegen bakterieller Belastung dazu geraten worden war, das Leitungswasser aus dem Hahn unbedingt abzukochen, um Erkrankungen vorzubeugen. Vorsorglich gibt es trotzdem wertvolle Tipps, zum Beispiel dass morgens das Nass aus dem Hahn zwei bis drei Minuten laufen soll, bevor es für Getränke pur oder für Kaffee und Tee verwendet wird. Und überhaupt: Leitungen, die selten genutzt werden, sollten immer wieder durchgespült werden.

Erste Fortschritte vom Neubau eines Feuerwehrgerätehauses sind aus Büttelborn zu vermelden. Allerdings zunächst mit einem Blick zurück in unsere Vorgeschichte. Denn am künftigen Bauplatz der Feuerwache rückten zunächst die Archäologen an, um zu untersuchen, wer dort mal gesiedelt haben könnte. Der Neubau für Feuerwehr und Rotes Kreuz ist derzeit mit Kosten von 9,35 Millionen Euro geplant und soll bis 2025 stehen – wenn sich wegen weiterer Ausgrabungen nichts mehr verzögert.

Keine Fortschritte macht derzeit das Hospiz in Groß-Gerau. Die Planungen scheinen ins Stocken geraten zu sein, wie die Hospizstiftung, die sich seit zwei Jahren für ein Hospiz in der Kreisstadt engagiert, jetzt mitgeteilt hat. Ein Angebot des Kreises „hat sich in Luft aufgelöst“, mit dem anderen gehe es nicht recht voran. Geplant war ein Neubau an der Kreisklinik durch einen Bauträger mit anschließender Vermietung an verschiedene Gesundheitsdienstleister. Nun aber „läuft die Zeit davon“, kritisiert die Hospizstiftung und bringt erneut einen zwei Jahre alten Vorschlag für die Errichtung eines eingeschossigen Gebäudes im Krankenhauspark ins Spiel. Die Idee sei allerdings damals von der Stadt als nicht machbar zurückgewiesen worden. Vielleicht kann nun die Bevölkerung helfen, einen geeigneten Bauplatz zu finden, hofft die Stiftung.

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