20 Jahre WIR-Magazin

Zusammengestellt von Ulf Krone und Rainer Beutel.

20 Jahre WIR-Magazin, das bedeutet 20 Jahre Geschichten, Gespräche und Gesichter aus der Region. Unterdessen hunderte Ausgaben und unzählige Beiträge wurden in zwanzig Jahren dokumentiert, von der Redaktion zusammengestellt und in die beliebte WIR-Form gebracht durch Herausgeber und Grafiker Michael Schleidt. Doch ohne die unermüdliche Arbeit der Anzeigenabteilung wäre dies gar nicht möglich, weil nicht finanzierbar gewesen.

WIR-Redakteur Rainer Beutel hat den „alten Hasen“ (wie er schreibt), also jenen, die einst im August 2001 „WIR. Das Kreisstadt-Magazin“ aus der Taufe gehoben haben, ein paar Fragen gestellt.

Wichtig bleiben einzig die Leser

Von W. Christian Schmitt

Ja, lieber junger Kollege, Sie wollen wissen, „was in den vergangenen zwei Jahrzehnten gut war“ und was uns, den beiden Herausgebern, „zugegebenermaßen nicht gelungen“ sei. Was gut und vor allem wichtig war, wurde uns oftmals unmittelbar von unseren Lesern gesagt, bestätigt. Nicht gelungen ist mir z.B., die Entwicklung unserer Heftumfänge – die wir zunächst von 16 auf 24 und 32 und schließlich gar auf 40 und 48 Seiten erweitern konnten – auf 64 Seiten zu steigern. Eine Seitenzahl, die in größeren Städten durchaus Standard ist. Und die es ermöglicht, nahezu umfassend Lesern zu zeigen, was Journalismus ausmacht: Sprachrohr einer ganzen Region zu sein.

Auf eine weitere Frage „Wo sehen Sie das Heft bzw. unsere Berichterstattung in fünf bis zehn Jahren?“ kann ich nur antworten: Das dürfen Sie nicht mich fragen, sondern sich selbst und Ihren Kollegen Krone, die Sie beide Kurs und Entwicklung des WIR-Magazins entscheidend bestimmen werden.

Und schließlich noch zur letzten gestellten Frage: „Warum ist es schwierig, in Zeiten sogenannter sozialer Medien Leser einzubinden. Oder anders gefragt: Was kann das WIR-Magazin besser als Facebook & Co.?“ Meine Antwort: Ich finde es nach wie vor nicht schwierig, dem journalistischen Auftrag zu folgen und den Kontakt zu unseren Lesern zu (er)halten. Man muss neugierig bleiben, Fragen stellen, Kontakte suchen, offen sein für Geschichten vielfältigster Art. Menschen haben immer etwas zu erzählen, wollen wahr- und ernstgenommen werden. Das WIR-Magazin hat sich in den vergangenen 20 Jahren nie auf Erreichtem ausgeruht, gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig erkannt und in der Berichterstattung sich darauf eingestellt. Das wird – so hoffe ich – auch Ihnen gelingen bei der anstehenden Neuaufteilung zwischen Print- und Digitalfassung des WIR-Magazins. Verleger entscheiden in aller Regel nicht, welche Themen in einem Magazin Platz haben. Allenfalls geben sie Empfehlungen ab. Denn Journalisten sollen und müssen jeweils nach ihrem eigenen Gewissen, ihrer Erfahrung und ihrem Selbstverständnis entscheiden (können), was für Leser wichtig und interessant sein könnte.

Ansonsten bin ich bei solchen Fragen gerne behilflich mit einem Rat, den der Dalai Lama Suchenden einmal mit auf den Weg gegeben hat: „Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall“.

Am Puls der Zeit

Von Tina Jung

Das WIR-Magazin hat sich gemausert: Aus dem „Keller-Magazin“ ist ein Magazin für die Kreisstadt und die Region geworden. Die kleine Druckerei aus der Anfangszeit in Büttelborn gibt es leider nicht mehr. Bezahlt wurde damals noch in D-Mark, kurz darauf kam der Euro. Die Produktionsmethoden in den Druckereien wurden moderner, unsere Auflage vergrößerte sich von 11.500 auf inzwischen 27.500. Viele Dinge haben sich aber auch gar nicht verändert: Das WIR-Magazin ist von Anfang an bis heute vor allem ein zuverlässiger Werbepartner für Handel und Gewerbe sowie ein politisch unabhängiges Medium mit einem großen Schwerpunkt für regionale Kunst, Kultur und Vereine. Damals wie heute, in Zeiten des Internet, lebt das WIR-Magazin stets am Puls der Zeit. Es berichtet über aktuelle Veranstaltungen und neue Amtsträger. Auch für aktive Vereine und historische Geschichten hat das WIR-Magazin immer offene Ohren und eine freie Seite. Viele Berichte kann man im Internet weiterlesen, wenn der begrenzte Platz in der gedruckten Ausgabe nicht reicht. Ich gehe davon aus, daß eine gedruckte und eine digitale Ausgabe des WIR-Magazins noch einige Jahre parallel nebeneinander stehen werden. Dokumentation und digitale Innovation haben einen qualitativ hohen Stellenwert in unserer Arbeit. Ganz besonders während der Corona-Pandemie wurde das deutlich. Unsere Internetseite hat noch viel ungenutztes Potential und wird sich weiterentwickeln.

Wir sind ein recht kleines Team, in dem jeder eine solide fachliche Kompetenz einbringt. Dennoch steht und fällt der Erfolg unserer gern gelesene Zeitschrift letztendlich mit der Leistungskraft von Handel und Gewerbe im Gerauer Land. Wenn es unseren Anzeigenkunden mit ihren vielseitigen Angeboten gut geht, geht es uns auch gut. Wenn die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf die Geschäfte und Dienstleister in der Region zurückgreifen, werden unsere Redakteure auch weiterhin Raum für interessante Berichte haben und damit Politik, Vereine, Kunst und Kultur vor Ort unterstützen. Ich persönlich denke positiv und hoffe auf eine weiterhin gute Vernetzung, ein faires Miteinander und einen gemeinsamen Weg in die nicht nur digitale Zukunft.

Ohne Vertrauen geht es nicht

Von Giuseppina Contino

Die letzten 20 Jahre waren geprägt von vielen tollen Begegnungen mit unseren Kundinnen und Kunden, die ich sehr gerne, stets mit einem offenen Ohr für ihre Wünsche und Leidenschaft für das WIR-Magazin, ­betreut habe.

Mit vielen langjährigen Kunden habe ich heute einen sehr vertrauensvollen, oftmals auch persönlichen Umgang. Für andere bin ich das Gesicht des WIR-Magazins in Groß-Gerau. Darauf werde ich oft angesprochen. Wandel und Veränderungen beim WIR-Magazin habe ich immer mit offenen Augen begleitet und mich den Herausforderungen gestellt. Nicht zuletzt werden diese mehr und mehr durch eine verstärkte Präsenz im Internet geprägt sein.

Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in dieser Zeit bedanke ich mich bei allen Kundinnen und Kunden sehr herzlich und wünsche mir, dass es noch viele Jahre so weitergeht.

Ein Magazin für Alle!

Von Kerstin Leicht

20 Jahre! Ganz schön gut für ein „Anzeigen-Magazin“. Und das jeden ­Monat kostenfrei für über 27.000 Haushalte im Groß-Gerauer Land.

Möglich machen das unsere treuen Kunden die ihre Unternehmen mit Werbung bei uns gerne präsentieren. Vielen herzlichen Dank dafür! Und auch weiterhin auf eine produktive Zusammenarbeit. Dann kann das WIR-Magazin auch zukünftig unsere Leser und Fans zu interessanten Themen und mit Geschichten aus der Region informieren.

Das WIR-Magazin ist echt! In jeglicher Hinsicht: auf Papier ­gedruckt, zum Anfassen und blättern bis hin zum Team das mit viel Herzblut an jedem Heft arbeitet. Ein Magazin für „Alle“, in dem jeder ein Thema finden kann das für ihn von Interesse ist.

Die Herausforderung ist, auch zukünftig ein Printprodukt zu bleiben und trotzdem das ­Magazin digital zu erweitern. Wir wollen den Spagat schaffen, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren. So haben unsere Kunden die Möglichkeit, zusätzlich zur gedruckten Anzeigenwerbung die Digitalanzeige in Kombination zu buchen. Bei der voranschreitenden Digitalisierung vermisse ich persönlich die Individualität.

Alles wird immer gleicher, und damit auch langweiliger. Also, habt mehr Mut, die Welt wieder bunter und interessanter zu machen. Die Corona-Pandemie hat viel Schaden angerichtet.
Das muß erst mal verdaut werden, bietet aber auch die Chance, Dinge neu zu überdenken, sich neu zu erfinden, Werte neu zu definieren und neue Wege zu gehen. Schauen wir positiv in die Zukunft.

Auf das, was da noch kommt

Von Michael Schleidt

Im August 2001 wurde aus dem Groß-Gerauer Anzeigenblatt ‚GG-Extra‘ das ‚WIR-Magazin‘, dass damals wie heute monatlich kostenlos an die Haushalte im Gerauer Land zugestellt wird. Fortan journalistisch aufbe­reitet und redaktionell betreut von W. Christian Schmitt.

Engagierte und Entscheider aus dem Kultur- und Vereinsleben, aus Handel, Gewerbe und Politik gaben Einblicke in ihre Arbeit, ließen uns teilhaben an ihren Plänen und Visionen. Zunächst nur in der Kreisstadt zuhause, ist das WIR-Magazin damit in den letzten 20 Jahren zu einer festen Größe herangewachsen. Heute mit mehr als 27.000 Exemplaren von Dornheim bis Königstädten, von Trebur bis Büttelborn.

Zuhause unter Nachbarn in unserer Region, die – mitten im Rhein-Main-Gebiet gelegen – beachtliches zu bieten hat. Dass auch unsere Kreisstadt, mittendrin, ein ausgezeichneter Wohnort ist, hat die Industrie- und Handelskammer Darmstadt einmal mehr bestätigt.

Wenn eine Stadt, eine Region als guter Platz zum Leben gilt, ist das kein Zufall, sondern Menschen zu verdanken – den Engagierten, den Nachdenklichen, den vielen Frauen und Männern im Ehrenamt oder Beruf, von denen wir allmonatlich berichten dürfen. Und wenn wir dies für unsere Leserinnen und Leser kostenlos tun können, ist das vor allem ein Verdienst der Handwerker und Einzelhändler, der Gastronomen und Gewerbetreibenden vor Ort, die unser Magazin mit Ihren Anzeigen erst möglich machen. Es hängt eben alles mit allem zusammen.

Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit, die Spuren hinterlässt. Das Internet hat die Medienlandschaft grundlegend verändert, die fortschreitende Digitalisierung viele Bereiche des Lebens erfasst. Der lokale Handel in unseren Einkaufsstraßen steht vor großen Herausforderungen. Es geht um die Zukunft unserer Innenstädte. Darum, wie wir leben wollen. Weltweit sind Klimaveränderungen und ein Virus aus dem fernen China nicht weit weg, sondern fordern von uns allen Antworten vor Ort. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Diskussionen scheinbar aus dem Ruder laufen, Argumente gegen krude Theorien stehen.

Darüber wollen und müssen wir reden. Auch künftig monatlich im WIR-Magazin und – wann und wo Sie wollen – auf www.wir-in-gg.de, demnächst mit exklusiven Beiträgen und Diskussionen, Angeboten aus Handel und Gewerbe, Kultur und Vereins­leben. Bleiben wir im Gespräch.

Zu guter Letzt mein Dank an alle, die dem WIR-Magazin in zwanzig Jahren treu geblieben sind, unserem wunderbaren Team im Anzeigenvertrieb und in der Produktion, der Redaktion, unseren Leserinnen und Lesern sowie allen Werbepartnern und Anzeigenkunden, ohne die ein solches Magazin nicht möglich wäre.

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