Worüber die Leute reden


Weitere Baustellen. Die Uhren der Straßenplaner tikken merkwürdig. Vielen dürften noch die zeitraubenden Behinderungen beim Kreuzungsausbau auf der Landesstraße 3094 vor Groß-Gerau Nord in Erinnerung sein. Schon kündigt sich auf gleicher Straße die nächste Großbaustelle an. In den nächsten Monaten entsteht in Höhe des Gewerbegebietes „im Schachen“ ein Kreisel, um die dort ansässigen Firmen besser anzubinden und andere Zubringer zu entlasten. „Hätten beide Maßnahmen nicht nahezu zeitgleich erledigt werden können?“, fragt sich der gewöhnliche Autofahrer. Zudem wird ab Anfang April der Bau eines neuen Radwegs an der L 3482 (in Fortsetzung der L 3094) Richtung Nauheim angesetzt. Dafür soll die Strecke halbseitig gesperrt werden. Wer aus dem Norden schnell in die Kreisstadt muss, nimmt demnächst besser die Autobahn.


Modernes ­Abfuhrsystem. Schlichte Mülltonnen stehen in der Kreisstadt am Straßenrand. Sie sollen, etwas übertrieben ausgedrückt, zu kleinen Computern aufgerüstet werden. Neuesten Plänen zufolge sollen die Behälter einen Chip erhalten, über dessen Code – eine 16-stellige Zahl – sich die Müllmenge ermitteln lässt. Für die Anschaffung des Chips kalkuliert die Stadt mit Ausgaben von 32.000 Euro. 2200 Euro monatlich kostet die Software, 3100 Euro Betreuung und Wartung durch die Riedwerke. Die Umstellung wird für das Jahr 2020 angestrebt, Entscheidungen stehen im Sommer an. Die Leute fragen sich, ob sich das lohnt und die Müllabfuhr nicht auch weiterhin einfach nur die Tonnen leeren kann?


Ohne Rechts­sicherheit. „Trebur hat ja sonst keine Probleme“, frotzeln die Leute. Nicht mit dem Haushalt, nicht mit der Feuerwehrausstattung oder auch nicht mit der geringschätzigen Unterstützung der Gesellschaft für Heimat und Geschichte. Jetzt wird um den großzügig gestalteten Aufgang im örtlichen Rathaus gestritten. Das sei aus Sicht des Brandschutzes nicht mehr zulässig. Wände fehlten ebenso wie ein zweiter Fluchtweg. Wer das Rathaus betritt, nutze dieses ohne neues Brandschutzkonzept „nicht rechtssicher“, warnt der scheidende Bürgermeister Carsten Sittmann.


Alte Siedlung. Wie eine Fata Morgana sind in Königstädten archäologische Untersuchungen vorübergegangen, um dann gleich wieder fortgesetzt zu werden. Viele haben es bemerkt, noch mehr haben darüber geredet, doch plötzlich, nach kurzer Zeit, war ein ausgebaggertes Areal wieder geebnet. Wenige Tage später wurde eine Fläche direkt daneben zusätzlich geöffnet. Inspiziert wurde das Gelände vom Landesamt für Denkmalpflege (Abteilung Hessenarchäologie). Es ist für den Bau eines neuen Edeka-Markts vorgesehen. Auffällige dunkle Flecken erscheinen dort als Ablagerungen aus vergangenen Zeiten, vielleicht, so wird spekuliert, das Überbleibsel einer frühzeitlichen Siedlung. Offiziell gibt es noch keine Stellungnahme der Fachleute.


Neue Bahnstrecke. Am Hegbachsee in Nauheim werden Gleise verlegt. Sie sind zwar nur für eine Mini-Eisenbahn gedacht, aber die wird es in sich haben. Thomas Zwiorek will als selbständiger Betreiber eine 400 Meter lange Attraktion für Kinder schaffen. Sein Plan sorgt für Gesprächsstoff: Die einen freuen sich, die anderen befürchten, dass er dann nicht mehr bei Veranstaltungen wie dem Kinder- und Jugendfest mit seiner mobilen Bahn für Glücksgefühle sorgen kann. Doch dem ist nicht so, verspricht der Jungunternehmer, der voraussichtlich im August zur ersten Rundfahrt einlädt.

 

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