Editorial


Michael Schleidt
ist Herausgeber und Verleger des WIR-Magazins;
michael.schleidt@wir-in-gg.de

Die Kreisstadt auf Augenhöhe

Handel im Wandel: Fast täglich erreichen uns Schlagzeilen zu den strukturellen Veränderungen, die der scheinbar unaufhörlich wachsende Online-Handel mit sich bringt. Vielen Städten und Gemeinden sieht man die Betroffenheit sprichwörtlich an. Leerstände durch das allmähliche Verschwinden traditioneller Einzelhandelsgeschäfte scheinen die Langeweile in so mancher Innenstadt noch zu verstärken, attraktive Einkaufsorte Fehlanzeige.

Mit überschaubar wenig leeren Schaufenstern und einer intakten Einkaufsstraße zeigt unsere Kreisstadt, dass es auch anders geht. Die Region hat viel zu bieten: Die meisten Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sind noch auf kurzen Wegen direkt bei uns erhältlich. Von den Veränderungen der neuen Welt sind wir freilich ebenso betroffen. Doch nichts von dem, was da von draußen scheinbar unabwendbar kommt, muss einfach hingenommen werden. Es liegt an uns, was wir letztendlich daraus machen. Wir alle wollen heute einerseits Geschäfte ganz bequem daheim erledigen. Und andererseits bei schönem Wetter den Einkaufsbummel in der Stadt genießen. Warum dann nicht die Onlineangebote des regionalen Handels nutzen, mit optionaler Lieferung oder der Abholung am gleichen Tag?

Entscheidend ist, dass sich der regionale Handel und das Worldwide Web auf Augenhöhe treffen. Ganz ohne das Gefühl, dass die Besorgung vor Ort etwa umständlicher wäre, als das Paket von irgendwo, das uns der Kurierdienst direkt an unsere Haustür bringt. Auch der GG-Scheck ist so ein Stück Augenhöhe, der mit seinen neuen technischen Möglichkeiten so komfortabel ist, wie jede Kreditkarte. Nur eben regional gebündelt. Kaum verständlich daher, das es bei rund 100.000 Euro Kaufkraft, die derzeit per GG-Scheck im Umlauf sind, noch zögerliche Händler bei der Akzeptanz gibt.