Editorial

Ulf Krone
ist Redakteur beim WIR-Magazin
und studierter Philosoph;
ulf.krone@wir-in-gg.de


Was heißt schon normal!

Wir befinden uns im fünften Monat dessen, was dereinst als die große, weltweite Corona-Pandemie in den Geschichtsbüchern stehen wird. Bislang haben wir hierzulande das Schlimmste verhindern können, und ich wünsche uns allen genug Vernunft, dass dies auch so bleibt. Es wurde gelockert, es gab Erfolge und ein paar Rückschläge, und nun sind wir dabei, uns eine Corona-kompatible Normalität zu schaffen. Neben den der Pandemie geschuldeten und auch weiterhin gebotenen Vorsichtsmaßnahmen wie dem Abstand zu Anderen, den Masken und dem Händewaschen gehört meiner Meinung nach der Vorsatz, dass Corona nicht das einzige Thema sein darf, zu den elementaren Bausteinen einer solchen Normalität. Gerade die drängenden ökologischen Probleme wie der Klimawandel (Tisch­gespräch, Seite 8) oder das Artensterben (Nachgefragt, Seite 10 und Seite 14) dürfen nicht von der Pandemie und ihren Folgen aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden. Und es bringt auch nichts, entsprechende notwendige Maßnahmen aufgrund der entstandenen wirtschaftlichen Situation zu verschieben. Denn wie beim Verbreiten eines Erregers handelt es sich beim Klimawandel – oder dem Artensterben – um einen Prozess, der durch Eingriffe des Menschen zwar leicht beschleunigt, jedoch nur unter größten Anstrengungen wieder verlangsamt oder gar gestoppt werden kann.

Wichtig ist, die großen Probleme unserer Zeit in Anbetracht der Pandemie und den Folgen nicht aus den Augen zu verlieren. Das WIR-Magazin bietet seinen Lesern Einblicke in alle Facetten des Lebens in der Region, ohne dabei den Blick über den Tellerrand zu vergessen. Denn Corona ist nicht alles! Genießen Sie den Sommer mit Ihrem WIR-Magazin!