Editorial


Alles fast wie immer

Zu Beginn des zweiten Jahres der Pandemie hat uns zumindest hinsichtlich der vorherrschenden Themen die Normalität wieder. Wir kritisieren die Regierung für ihr chaotisches Handeln, Bund und Länder rangeln um Zuständigkeiten, und die Wirtschaft beschwert sich über zu hohe Belastungen. Obendrauf noch ein Skandal um Politiker, die die Trennung zwischen Amt und Geschäft nicht allzu genau genommen haben, und alles ist wie immer. Auch der Verkehr hat schon fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Natürlich dreht sich inhaltlich immer noch viel um die Pandemie und ihre Bewältigung, doch die Sehnsucht nach einem Alltag wie vor Corona scheint fast unendlich groß. Vergessen sind schon jetzt die ersten guten Vorsätze sowie der Umstand, dass viele Dinge vor der Pandemie nicht gut waren. Probleme wie die mangelnde digitale Ausstattung der Schulen oder ein zur Wirtschaftlichkeit verdammtes und aus diesem Grund bis zur Belastungsgrenze kaputtgespartes Gesundheits­system sind während Corona erst richtig sichtbar geworden. Aber was ist mit Klimawandel und Umweltschutz, mit der Verkehrswende, der Gleichstellung der Frauen und vielen weiteren Themen, die auch nach der Krise auf Lösungen warten?

Das WIR-Magazin bleibt für seine Leser in jedem Fall ganz dicht an den Themen, die unser aller Zukunft bestimmen werden, in dieser Ausgabe etwa in Gesprächen mit Landrat Thomas Will, der neuen NABU-Vorsitzenden Martina Polensky sowie Norbert Sanden vom ADFC, der mit einem Radentscheid die kreisstädtische Verkehrspolitik mitgestalten möchte.