Groß-Gerau im Wandel

Von Ulf Krone.

Seit dem 21. Oktober und noch bis zum 5. März kommenden Jahres ist im Stadtmuseum in der Kreisstadt die Ausstellung „Groß-Gerau im Wandel 1945-2000“ zu sehen. Dabei wird die Entwicklung Groß-Geraus seit dem Ende des 2. Weltkriegs anhand von historischen Fotoaufnahmen und Zeitungsausschnitten nachgezeichnet und für die Besucher erlebbar gemacht. Für die Ausstellung zeichnen WIR-Kolumnist Peter Erfurth und Museumsleiter Jürgen Volkmann verantwortlich. WIR-Redakteur Ulf Krone hat die Eröffnung zum Anlass genommen, bei Peter Erfurth nach den Hintergründen zu fragen.

Wie kam es zu der Idee, zusammen eine Ausstellung über die Kreisstadt auf die Beine zu stellen?

Peter Erfurth: Ausgangspunkt war die Erarbeitung eines Bildbandes zur jüngeren Geschichte Groß-Geraus, nachdem bereits vor einigen Jahren ein Band erschienen war, der die Zeit bis 1945 behandelt. Nun sollten Nachkriegszeit, Wiederaufbau und die weitere Entwicklung bis zum Jahr 2000 thematisiert werden. Im Zuge der Recherchen, die vielfältiges, interessantes Material hervorbrachten, entstand der Plan, parallel zum Buch auch eine Ausstellung zu erarbeiten.

Was erwartet die Besucher, welches Konzept steckt dahinter?

Peter Erfurth: Wir haben uns bemüht, sozusagen nicht nur die in Stein gebaute Geschichte Groß-Geraus zu erzählen, sondern vielfach die Akteure und das Alltagsleben zum Thema zu machen. So tauchen viele, insbesondere bei den älteren Groß-Gerauern bekannte Namen auf, wie unter vielen anderen die „Feye-Tande“ oder der „Kohle-Schorsch“, die das städtische Leben mitgeprägt haben.

Von Ihrer Arbeit im Archiv des Stadtmuseums profitieren ja auch die Leser des WIR-Magazins, denen Sie jeden Monat ein neues Gerauer Puzzle präsentieren. Was reizt Sie persönlich so an der Beschäftigung mit den historischen Dokumenten?

Peter Erfurth: Ja, ich war in meinem Berufsleben als Ingenieur der Nachrichtentechnik tätig und bin es gewohnt, Dinge systematisch anzugehen, zu ordnen und zu klassifizieren, so dass mir eben das Ordnen und systematische Zusammenführen von alten Fotos und Dokumenten Freude bereitet, zumal das historische Material natürlich eine besondere Aura besitzt und auch Nostalgie aufkommen lässt.

Was haben Sie bei der Arbeit an der Ausstellung und dem Buch über Groß-Gerau gelernt? Und erlaubt die Geschichte Ihrer Meinung zufolge, auch über die Gegenwart hinaus Rückschlüsse auf eine mögliche Zukunft zu ziehen?

Peter Erfurth: Bei aller Kenntnis der jüngeren Geschichte unserer Stadt bietet ein solches Projekt natürlich die Möglichkeit, das eigene Wissen zu erweitern und unter neuen Gesichtspunkten zu ordnen. Was die Frage nach den Rückschlüssen für die Zukunft angeht, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich viele Dinge und Probleme über die Jahre hinweg immer wiederholen. So ließen sich vielfach aktuelle Überschriften in der Presse durch historische Rückgriffe auf vergangene Artikel ersetzen. Um ein Beispiel zu nennen: Schon in den 1950er Jahren beklagten Gastronomen wie auch heutzutage den Mangel an Service-Personal.

Peter Erfurth und Jürgen Volkmann stellen Ihr Buch vor:
Groß-Gerau im Wandel 1945-2000
Geiger Verlag (Linus Wittich Medien KG), 70 Seiten, 17,50 Euro, ISBN: 978-3-86595-730-6

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