Worüber die Leute reden (296)

Posthum im Gespräch. Posthum geriet in der Kreisstadt der erste Landrat des Kreises Groß-Gerau nach dem zweiten Weltkrieg in die Schlagzeilen, natürlich nicht er selbst, sondern sein Grab, das einen kaum gepflegten Eindruck hinterlässt. Es geht um Wilhelm Hamann (KPD), der im Juli 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht in sein Amt berufen wurde und am 26. Juli 1955 bei einem Autounfall ums Leben kam. Jetzt sind Forderungen laut geworden, aus seiner letzten Ruhestätte auf dem Groß-Gerauer Friedhof ein Ehrengrab zu machen. Ein anderer Vorschlag lautet, seine Grabplatte in der Gedenkhalle des Historischen Rathauses anzubringen. Bei allem, was die Kommunalpolitiker 65 Jahre nach Hammans Tod entscheiden werden, bleibt zu hoffen, dass dies mit Würde und ohne politischen Hickhack passiert.

Stillstand. Eine politische Kontroverse hat die CDU in Königstädten angezettelt oder, wenn man so will, einfach nur öffentlich gemacht, was die Leute schon länger wurmt: Es passiert nichts. Der Vorwurf richtet sich an die Stadt, denn im Rüsselsheimer Ortsteil liege einiges im Argen. Straßenbauarbeiten dauern ewig, die Ansiedlung des Edeka-Marktes verzögert sich weiter (mittlerweile liegt der Grundstückskauf fünf Jahre zurück) und das Einkaufszentrum im Reis dümpelt mehr oder weniger so vor sich hin.
Zu häufig wechselten dort die Ladenpächter, Leerstände seien normal geworden und die Stadt investiere nichts, sagen die Christdemokraten. Das Dementi aus dem Rüsselsheimer Rathaus kam indes prompt.

Kunden ärgern sich. Für Aufregung, nicht nur in Nauheim, sorgt die Kreissparkasse bei Kunden, die sich mit neuen Kontomodellen nicht abfinden. Das Bankinstitut hat seine Gebührenstruktur modifiziert, um dem digitalen Wandel und veränderten Kontennutzungen gerecht zu werden. Das führt, wie der Nauheimer Kommunalpolitiker Klaus-Peter Sawinski (Freie Liste) anmerkt, (nicht nur bei ihm) zu Preissteigerungen „von mehr als 50 Prozent“. Bärbel Fox-Kleinig von der Kreissparkasse verweist darauf, dass auch einzelne Preise für Konten gesenkt worden seien. Außerdem könnten sich Kunden persönlich beraten lassen, um die passende Variante für ihre Kontonutzung zu finden.

Kunden freuen sich. Jetzt doch noch eine gute Nachricht aus Trebur, trotz Corona: Zwar musste der Gewerbeverein die beliebte Großveranstaltung „Spass uff de Gass“ (unser Archivbild) mit Rücksicht auf nicht erfüllbare Hygiene- und Abstandreglungen absagen, trotzdem ist am 27. September ein kundenfreundlicher Sondereinkaufstag geplant: Es gibt als Variante eines einkaufsfreien Sonntags ein „offenes Dorf“, eingebunden in die Aktion „Heimat shoppen“ der IHK Rhein Main Neckar. Mitmachen können alle örtlichen Geschäfte.

Auch künftig im Gespräch. Politischer Hickhack? Darauf darf sich der Landkreis einstellen, wenn die nächste Landratswahl ansteht. Schon jetzt steht fest, dass der seit zehn Jahren amtierende und bis Ende Mai 2022 gewählte Thomas Will erneut kandidieren wird; das hat er jüngst selbst erklärt. Schon jetzt drängt sich die Frage auf: Wer wirft für die CDU seinen Hut in den Ring? Und was machen die anderen Parteien?

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