Probleme verlieren ihren Schrecken

Von Rainer Beutel.

Landauf, landab gibt es Menschen, die sich durch ihr gesellschaftliches Engagement auszeichnen – in Vereinen, im Berufsleben, in Parteien oder eher still im Hintergrund. In loser Folge stellt das WIR-Magazin Personen vor, die sich auf diese Weise hervortun. Ein Beispiel ist der Vorsitzende des Groß-Gerauer Turnvereins, Walter Endner. Seit elf Jahren führt er den fast 175 Jahre alten Großverein, der 2021 sein Jubiläum begeht.

Herr Endner, beschreiben Sie bitte kurz Ihr ehrenamtliches Engagement: Für was setzen Sie sich ein, seit wann und warum?

Walter Endner: Ich habe mich 2009 dazu entschieden den Vorsitz im TV Groß-Gerau zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in anderen Vereinen engagiert. Mir geht es darum, etwas für andere Menschen zu tun, meine Kenntnisse und Fähigkeiten für etwas Sinnvolles in unserer Gesellschaft einzubringen. Das bedeutet, ich kümmere mich aktiv darum, einen Verein zu führen und somit dafür zu sorgen, dass Menschen Sport treiben und somit ihrem Hobby nachgehen können.

Was oder wer gab den Impuls für Sie, sich zu engagieren?

Walter Endner: Ich wurde von dem damaligen Vorstand gefragt ob ich mir eine Mitarbeit auf der Führungsebene vorstellen könnte. Mich hat es stark interessiert, die Arbeit im Vorstand eines Sportvereins kennenzulernen und aktiv zu begleiten. Im Rahmen der Gespräche mit potenziellen Interessenten ergab es sich einfach dass ich mich für den Vorsitz in diesem Traditionsverein entschieden habe.

Was denken Sie, warum Sie „durchhalten“?

Walter Endner: Es ist eine interessante Arbeit, einen Verein zu führen. Für mich war es damals Neuland. Hier gibt es ständig Herausforderungen, und es müssen kurzfristig Lösungen gefunden werden. Diese Tätigkeit fordert mich immer wieder und motiviert mich.

Wer unterstützt, fördert und begleitet Sie dabei?

Walter Endner: Im Grunde bin ich ins kalte Wasser gesprungen. Allerdings hatte ich langjährige Vorstandsmitglieder an meiner Seite, die mir sehr geholfen haben. Ansonsten konnte ich auf die Unterstützung von Mitgliedern des Ältestenrats bauen. Außerdem wächst der Mensch mit seinen Aufgaben.

Ich gehe davon aus, Sie würden sich wieder so entscheiden – warum? Oder würden Sie lieber nochmal etwas anderes machen?

Walter Endner: Mittlerweile hilft mir meine Erfahrung dabei, Lösungen zu finden und Entscheidungen relativ schnell und richtig zu treffen. Probleme verlieren dadurch ihren Schrecken und mit Ruhe und Gelassenheit lässt sich viel klären. Mit Hilfe der elektronischen Medien ist auch viel einfacher und geht schneller. Im Grunde liegen meine Vereinsaktivitäten nicht nur im Sport, sondern auch im musikalischen Bereich sowie im Bereich der Palliativversorgung. Damit habe ich ein weites Spektrum und bin gut beschäftigt.

Gab es auch Rückschläge?

Walter Endner: Ich kann mich jetzt nicht an gravierende Dinge erinnern. Sicher gab es auch unangenehme Dinge, doch das waren ja Herausforderungen denen ich mich immer gestellt habe. Als Rückschlag habe ich das nicht empfunden.

Was war Ihr schönstes Erlebnis?

Walter Endner: Da gibt es nichts Konkretes. Für mich ist es immer positiv, wenn alles läuft, in meinem Umfeld alle mitmachen und Probleme relativ schnell gelöst werden.

Was würden Sie im Rahmen ihres Engagements nochmal gerne erleben?

Walter Endner: Nichts Bestimmtes. Manche Dinge wiederholen sich, es passieren auch neue Sachen. Mir fällt allerdings nichts ein, was ich jetzt noch einmal erleben müsste. Im Grunde schaue ich nach vorn. Hier fällt mein Blick auf das Jubiläumsjahr 2021 in dem der TV sein 175-jähriges Bestehen feiert. Das dürfte eine besondere Herausforderung werden.

Was können Sie an Jüngere weitergeben und wie gelingt das (hoffentlich)?

Walter Endner: Ich kann nur jeden ermuntern, sich zu engagieren. Das fängt schon in den Abteilungen an. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten sich einzubringen. Vereinsarbeit macht Spaß, wenn die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wird ist. Damit ist es auch für den Einzelnen keine große Belastung. Ein Engagement im Verein stärkt auch das Selbstwertgefühl und ist wichtig für die persönliche Entwicklung. Es geht darum, nicht nur Leistungen abzufordern, sondern auch etwas zurückzugeben, und viele junge Menschen haben hier Potenzial.

Was haben Sie sich für die nächsten fünf Jahre vorgenommen?

Walter Endner: Erst kommt jetzt mal das Jubiläum im nächsten Jahr. Es gibt keine konkreten Pläne. Aber irgendwie geht es immer weiter – schauen wir mal …

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