Gutes Klima für die Kreisstadt

Von Sandra Leutner.

Der Klimawandel ist deutlich spürbar. Man muss sich nicht streiten, ob vom Menschen verursacht oder ob er andere Gründe hat, wir haben gerade aktuell erfahren, wie sich ein Hitzetag Anfang April anfühlt. Wer einen Garten hat, weiß das, er sieht es täglich an seinen Blumen, Büschen, am Rasen und im Hochsommer nach langer Trockenperiode auch an seinen Bäumen. Sandra Leutner, Angelika Lange-Etzel und Sabine Ziegler sind  Mitglieder der kreisstädtischen Initiative Klimaaktiv; Kontakt: leutnersandra@aol.com

Wenn von globaler Erderwärmung von 1,5 Grad gesprochen wird, bedeutet das für manche Regionen aber auch eine überdurchschnittliche Erwärmung. Genau in einer solchen Region liegt die Stadt Groß-Gerau, und so werden wir die Erwärmung besonders zu spüren bekommen. Das zeigt das Helmholzzentrum in seinem Dürremonitoring in Deutschland  (www.ufz.de).

Als Initiative ist unser Ziel, die Kommune Groß-Gerau, aber auch interessierte Bürger und Bürgerinnen in der Bepflanzung der privaten Gärten zu unterstützen. Durch Auswahl von klimaresilienten Pflanzen im eigenen Garten und einem verbesserten Wassermanagement kann der Garten weiterhin ein Lebensort für Insekten sein und muss im Sommer nicht zur Wüste werden. Wir sehen unsere Arbeit auch darin, die Biodiversität zu erhöhen. Durch bestimmte blühende und nach Möglichkeit einheimische Stauden werden Insekten angelockt. Eine Wasserstelle ergänzt das Angebot für Vögel und Insekten, die werden es ihnen danken. 

Manchmal bedeutet dies, seinen Garten umzugestalten, ob radikal oder langsam, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Es gibt vielfältige Gartenkonzepte für naturnahe Bepflanzungen: Staudengärten, Naturgärten, Präriegartenbepflanzungen sind nur einige Beispiele.

Als trockenresistente Staude gilt z. B. die einheimische Königskerze (Verbascum spec.) oder der Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii). Man findet mittlerweile viele Vorschläge für klimaangepasste Stauden, Bäume oder Gräser im Internet. Hilfreiche Tipps zur biodiversen Bepflanzung findet man z. B. auf der Website www.naturadb.de

Wer gerne Rosen mag: Warum nicht eine Urform zu den edlen Rosen dazu setzen. Die sog. Kartoffelrose (Rosa rugosa) bietet Insekten Nahrung, riecht gut und sieht auch noch schön aus. Übrigens zählen viele Rosen zu den Klimagewinnern! Mit ihren Pfahlwurzeln kommen sie an das Wasser in tieferen Schichten.

Mittlerweile geht man dazu über, nur noch im Herbst zu pflanzen, um den Pflanzen den kühlen Herbst und Winter und das feuchte Frühjahr zum Anwachsen zu gönnen. Eine Pflanzung im Frühjahr ist natürlich trotzdem möglich, aber dann muss kontinuierlich gewässert werden, um ein Vertrocknen im Sommer zu vermeiden.

Samstag, 1. Juni 2024, 14.00 – 15.30 Uhr: Garten meine Leidenschaft
Staudengarten-Besuch bei Sabine Ziegler in Groß-Gerau Nord. Veranst.: Klimaaktiv in Groß-Gerau, in Kooperation mit der KVHS und unterstützt durch das Erasmus+-Projekt „Tale“ der EU.

Anmeldung: KVHS GG per Tel. 06152/1870-0, info@kvhsgg.de oder www.kvhsgg.de/programm/gesellschaft. Eintritt frei, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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