WIR-Jahresumfrage 2022/23

Von Ulf Krone und Rainer Beutel.

Die Welt ist in keinem guten Zustand, die Situation ist kompliziert. Eine Krise folgt der nächsten, die Ausnahmezustände häufen sich. Vielleicht ist das die neue Normalität. Die stellt unsere Gesellschaft jedoch vor ungeahnte Herausforderungen, die wir nur gemeinsam meistern können. Deshalb haben wir in diesem Jahr mit unserer Umfrage engagierte Menschen aus den Bereichen Kultur und gesellschaftliche Arbeit um einen Ausblick auf das kommende Jahre gebeten.

Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimakatastrophe und eine aufgrund stetig wachsender Ungleichheit auseinanderdriftende Gesellschaft – die Herausforderungen sowohl regional als auch national und global sind immens. Welche Hoffnungen haben Sie ganz persönlich für das kommende Jahr 2023?

Claudia Hofmann-Sterler (DRK-Vorsitzende Nauheim, Foto l.): Es wäre schöner, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, als mit Gewalt und Krieg seine Meinung durchzusetzen. Es wäre schön, gemeinsam sinnvoll über das Problem Klimaschutz und -wandel zu sprechen und im Anschluss alle zusammen daran zu arbeiten, als einzelner Dinge umzusetzen. Und es wäre schöner, wenn der Reiche die Armen, der sozial Starke die sozial Schwachen und die Angehörigen einer Minderheit mit all ihren Macken akzeptieren und ihnen unter die Arme greifen würde, anstatt sie zu drangsalieren. Ich wünsche mir Glück, Zufriedenheit und Ruhe für alle Menschen.

Christian Hartmann (Gemeindebrandinspektor Nauheim, Foto m.): Natürlich hoffe ich in erster Linie auf Frieden. Sei es zwischen den rivalisierenden Staaten, oder auch in Bezug auf den „sozialen Frieden“, den wir teilweise selbst in der Hand haben. Die Auswirkungen des Klimawandels und andere Krisen werden uns als Feuerwehr auch leider im Jahr 2023 beschäftigen. Wir stellen uns der Situation und greifen wieder dort an, wo unsere Hilfe benötigt wird. So wie wir es schon immer getan haben.

Dr. Sylvia Schneider (Essen für Alle, Foto r.): Mit Respekt und Wertschätzung gegenüber Mensch und Natur können wir vieles zum Guten wenden. In Anlehnung an Kennedy möchte ich sagen: „Frage nicht, was die Gesellschaft für dich tun kann – frage was Du für die Gesellschaft tun kannst!“

Petra Boulannouar und Dr. Harald Braun (Hospizstiftung GG)

Dr. Harald Braun (Hospizstiftung GG): Ich wünsche mir, dass die vielen Kriege auf dieser Welt aufhören und wir nicht weiter in eine sinnlose Rüstungsspirale hineingezogen werden. Für unsere Hospizidee hier in Groß-Gerau hoffe ich im nächsten Jahr auf große Unterstützung. Wir haben ein hochgestecktes Ziel und wollen versuchen, das stationäre Hospiz hinter der Kreisklink bis Ende 2025 zu erbauen. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe. hospiz-gg.de

Jürgen Volkmann, Stadtmuseum Groß-Gerau

Jürgen Volkmann (Stadtmuseum GG): Dass die Gesellschaft ob der Situation nicht in eine Starre verfällt, denn den immensen Herausforderungen stehen Potentiale in Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber, die viele Lösungsmöglichkeiten eröffnen. Wichtig ist, zu erkennen, dass dies nicht im Wohlfühl-Modus und mit festgefahrenen Ideologien zu erreichen ist. Jeder ist aufgefordert, etwas einzusetzen und über seinen Schatten zu springen.

Lucian Lazar (r.) im Gespräch mit Rainer Beutel

Lucian Lazar (Regionales Diakonisches Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim): Gemeinsam mussten wir uns mit viel Kraft und Flexibilität im Jahr 2022 vielen neuen Herausforderungen und Aufgaben stellen. Die Pandemie hat bei unseren Nutzer/innen Spuren deutliche hinterlassen. Sie alle sind gezeichnet und belastet. Unsere Mitarbeiter/innen haben an allen Stellen der diakonischen Arbeit im Kreis  einen tollen Job gemacht und niemanden mit seinen Sorgen und Problemen allein gelassen. Trotz der aktuellen Energiekrisen, Kriegsfolgen und der daraus resultierenden Aufgaben in unserer Region schauen wir optimistisch ins neue Jahr 2023. Wir werden uns unermüdlich für die Belange und Interessen von bedürftigen Menschen in unserem Landkreis einsetzen. Zu Spaltung und Ungleichheit in unserer Gesellschaft sagen wir deutlich Nein.

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